Dienstag, 7. Juli 2015

Editorial 112

Liebe Freundinnen und Freunde,

Dieser Jahrgang ist zu Ende, wenn Sie Ihre Fairplay in Händen halten. War es ein guter, ein mäßiger oder gar schlechter Jahrgang? Egal, die nächsten Neuheiten stehen in den Startlöchern. Spiele sind für Profis durchlaufende Posten. Jedes Jahr muss es etwas Neues geben, und sei es eine Erweiterung oder irgendein Ableger jetzt mit Würfeln statt Karten. Zum Glück verschwinden Spiele ja nicht gleich im Regal wie gerade gelesene Bücher.

In Spielen steckt mehr als nur eine Geschichte, entwickelt sich doch jede Partie mit neuen Mitspielern anders. Oder es besteht zumindest die Chance, so man nicht fließbandmäßig eine Neuheit nach der anderen spielt. Manchmal sind Spiele sogar ganz besonders, halten sich im Gedächtnis ... Erinnerungen an ganz bestimmte Emotionen, an Glück oder Frust, an Sieg oder verpatze Siege, an spannende Spielverläufe oder ausgelassenes Gelächter.

Ich hab' da einige Spiele, die sind für mich aus genau diesen Gründen wie alte Freunde. Gewiss, ich spiele sie nach dem Ende ihres Jahrgangs nicht mehr allzu häufig, dennoch ist jede neue Partie wie ein Treffen mit alten Freunden. Es ist dann sofort so wie früher. Es stimmt einfach alles, auch nach längerer Zeit. Bin gespannt, welches Spiel aus diesem Jahrgang zu einem alten Freund werden wird. Ich hab' da schon so einen Kandidaten mit entsprechenden Qualitäten. Irgendwie ist er durchschaubar, dennoch undurchsichtig und sehr wandlungsfähig. Herausfordernd ist jedes Treffen, sei es noch so kurz. Und es ist meistens zu kurz. Aber wie das so ist: Erst die Zukunft bestätigt alte Freundschaften nach der vergangenen Zeit.

Was bleibt also von dem aktuellen Jahrgang? Viel … Für mich vor allem die längst nicht mehr so schmerzliche Erkenntnis, nicht mal mehr alle wichtigen Spiele eines Jahrgangs gespielt zu haben. Hut ab vor der Jury, die das leisten kann und dann sogar die wirklich preiswürdigen Spiele heraus filtert. Ich traue mir das längst nicht mehr zu.

Um die besten Spiele zu finden, lese ich Rezensionen natürlich auch andernorts … und vertraue den mir persönlich bekannten oder jenen Rezensenten, mit denen ich vermutlich auf einer Welle schwimme. Und natürlich baue ich auf meine Erfahrung und meinen Riecher. Natürlich bin ich nicht frei von Vorurteilen, sei es positiven oder negativen. Ich habe so manche Schubladen für Verlage, Autoren und Rezensenten.

Trotzdem lohnt es sich immer, auf die Zwischentöne zu lauschen. Entdecken Sie Klang und Rhythmus einer Rezension. Ist das was für Sie? Ich hoffe, denn sonst könnten wir zukünftig alle Spiele in einem Wort oder einer Note rezensieren und so den kompletten Jahrgang in vier Ausgaben abarbeiten. Meinethalben schicken wir noch ein, zwei Sätze hinterher, wie wir es jetzt schon als Ergänzung zu Kritiken machen. Lesen Sie nicht auch erst diese Kurzmeinungen vor der kompletten Rezension?

Mach' ich tatsächlich so, und das hat seine Wurzeln in der Spielwiese von Edgar Forschbach. Seine kurzen Erwähnungen in der alten Tante Spielbox interessierten mich mehr als langatmige Erklärungen von Spielabläufen. Die interessieren mich immer noch nicht, weder gedruckt noch online und schon mal gar nicht als Video.

Es gibt da draußen so viele Spiele, deshalb unterteilen wir unsere Welt in geordnete Jahrgänge. Blödsinnig oder doch zutiefst menschlich? Wir neigen alle zu Vergleichen: Was ist besser, was ist schlechter? Und genau deshalb stimmen wir alle beim Deutschen Spielepreis ab. Die Nachwelt soll sich erinnern, welches die Topp-Spiele des Jahrgangs 2014/15 waren. Und tatsächlich sind bisherige Spiele dieser Szene-Auswahl mir zu alten Freunden geworden. Deshalb müssen Sie auch wählen! Ihre Stimmkarte finden Sie im Heft. Worauf warten Sie?!


In diesem Sinne,


Ihr Harry

Freitag, 3. Juli 2015

Fairplay 112 - Juli bis September 2015

Der Inhalt:

Berichte und Kommentare
  • Spiele für viele: Nosferatu, Snake Oil, Vollmondnacht Werwölfe, Omertà
  • Role Play Convention in Köln
  • Spiel des Jahres
Kritiken
  • Elysium
  • Broom Service
  • Heblo
  • Die Alchemisten
  • Das Vermächtnis - Stammbaum der Macht
  • Five Tribes
  • Auf den Spuren von Marco Polo
  • Historia
  • Orongo
  • Progress: Erfindung des Fortschritts
  • AquaSphere
  • Greed
  • Lumis
  • Hyperborea
  • Realm of Wonder

Interviews und Portraits
  • Patrick Rasten über Heblo
  • Stefanie Schmitt und Michael Menzel über Andor
  • Wolfgang Kramer und Jürgen Grunau über Phara-oh-oh

Rubriken
  • Editorial
  • Inhaltsverzeichnis
  • Jeux de Deux: Jäger + Späher
  • Nachschlag: Concordia - Britannia/Germania, Terra Mystica - Feuer & Eis, Die Legenden von Andor - Die Reise in den Norden
  • Rückblick Fairplay 33
  • Kinderportion: Assel Schlamassel, Bellz!, Phara-oh-oh!
  • à la carte: The Game, Continental Express, Why first?, Bad Bunnies, Schlafmütze, Quanto
  • Fast Food: Die Schlösser des König Ludwig, Terra, Guinness World Records, Sushi Express, Vienna
  • Aufgewärmt: Funkenschlag Deluxe, Antike II
  • Preisrätsel: Der nächste, bitte!
  • Wir spielen gern ...
  • Bestenliste
  • Noten

Montag, 30. März 2015

Editorial 111

Liebe Kennerinnen und Kenner des Szenesumpfs,

Ach, früher war doch alles besser. Ganz einfach, weil es anders war, viel persönlicher. Ja, tatsächlich: Man kannte sich, sprach miteinander … wenigstens ein Mal. Allerdings war die Szene auch damals schon ein Sumpf, lebte von Zu- und Abneigungen. Das jedenfalls konstatierte eine wandelnde Lederjacke vor Jahren in schöner Regelmäßigkeit an unserem Stand in Essen. Der Mann kam zu uns, sprach zu uns, legte manchmal Beweise, manchmal Gerüchte auf den Tresen, diskutierte frotzelig mit uns und verschwand wieder. Irgendwann für immer, der Sumpf hatte ihn und seine kleine Zeitung verschluckt. Die Lederjacke ist mir trotzdem in Erinnerung geblieben.

Heute ist die Szene viel flüchtiger. Kein Wunder, denn wer druckt noch auf Papier?! Was sind mir schon für Webseiten unter die Hufe kommen … Mit viel Elan gestartet, um oft genug das Rad neu zu erfinden. Irgendwann war Schluss mit lustig, vielleicht weil die Wohnung mit Rezensionsmustern vollgestopft und der Anhang über die vielen Schachteln „not amused“ war. Vielleicht, weil es den reinen Selbstzweck erfüllt, aber sonst nix oder nicht genügend eingebracht hat. So ein Pferdchen hatten wir auch mal im Stall. Es wurde anders genannt als es sich schrieb und scheint mundtot zu sein. Aber es gibt natürlich auch Ausnahmen, Seiten die Platz für den eigenen Auftritt bieten, die deshalb gute Chancen auf Fortbestehen haben, weil viele für den Inhalt sorgen.

Freitag, 27. März 2015

Postkarten-Erweiterung für Orléans: Weinberge

In Zusammenarbeit mit dlp-games haben wir für unsere Leser eine Postkarten-Erweiterung für Orléans ins aktuelle Heft gelegt. Viel Spaß damit.

Mittwoch, 25. März 2015

Fairplay 111 - Arpil bis Juli 2015

Der Inhalt:


Berichte und Kommentare

  • Nürnberg 2015
  • Werkschau zur Autorenreihe bei NSV mit Reinhard Staupe

Kritiken

  • Arler Erde
  • Mahé
  • Medieval Academy
  • Madame Ching
  • El Gaucho
  • Infection: Humanity’s Last Gasp
  • Murano
  • Mangrovia
  • The Golden Ages
  • Nations - The Dice Game
  • Kingsport Festival
  • Patchwork
  • Grog Island
  • Yardmaster und Yardmaster Express

Interviews

  • Uwe Rosenberg über Arler Erde
  • Markus Brand über Murano
  • Matthias Wagner über Royals

Rubriken

  • Editorial
  • Inhaltsverzeichnis
  • à la carte: Get Lucky, Sushi Go!, Zum Kuhkuck, Witches, Machi Koro
  • Rückblick Fairplay 32
  • Aufgewärmt: Royals
  • ausSCHACHtungen: Loka
  • Wir spielen gern ...
  • Fast Food: 7 Steps, Planes, Träxx
  • Kinderportion: Lunte, Socken Pfeffern
  • Preisrätsel: Tangram Spiele
  • Bestenliste
  • Noten