Freitag, 27. Oktober 2017

A la carte Preis 2017: Les Poilus aka The Grizzled

Unsere Wahlfrauen und -männer haben entschieden:

Den Titel À la Carte 2017 gewinnt Les Poilus.

Das ist in gewisser Hinsicht ein erstaunliches Ergebnis. Erstens ist es ein kooperatives Spiel, zweitens hat es eine sehr düstere Thematik. Es geht um den 1. Weltkrieg, um den Grabenkrieg im Westen, um ständigen Überlebenskampf und ums Scheitern. Das Spiel ist niemals ein Zuckerschlecken, bietet keine Wohlfühlatmosphäre, dafür aber ein immens dichtes Spielerlebnis. Und ist immer aufs Neue eine Herausforderung. Eine Erweiterung ist längst erschienen: Les Poilus: Zu Befehl!

Mittlerweile ist unser Preis sehr international. Die meisten Autoren kommen nicht aus Deutschland. Nur Friese, Kiesling, Kramer und Rosenberg – die altbekannten Recken unter unseren Autoren – sind auf den vorderen Plätzen vertreten. Friedemann Friese sogar zwei Mal.
  • Fabien Riffaud und Juan Rodriguez: Les Poilus bei Sweet Games
  • Friedemann Friese: Fabelsaft bei 2F-Spiele
  • Wolfgang Kramer und Michael Kiesling: Glück Auf! Kartenspiel bei eggertspiele
  • Friedemann Friese: Futschikato bei 2F-Spiele
  • Yusuke Sato: Tempel des Schreckens bei Schmidt
  • Jacques Zeimet: Dodelido bei Drei Magier
  • Uwe Rosenberg: Bohnanza - Das Duell bei Amigo
  • Connor Reid: 5-Minute Dungeon bei Kosmos
  • Emerson Matsuuchi: Century: Die Gewürzstraße bei Abacusspiele
  • John D. Clair: Mystic Vale bei Pegasus
Wir gratulieren allen platzierten Autoren und Verlagen und wünschen Ihnen, liebe Leserinnen und liebe Leser, viel Spaß beim Kartenspielen!

Donnerstag, 26. Oktober 2017

#FairplayScoutAktion - Aktuelle Tweets von der #Spiel17

Hier twittert Wolfgang Friebe von der Messe und der FairplayScoutAktion. Natürlich spätestens ab Freitag mit Zwischenergebnissen. Am Sonntag Nachmittag gibt es das Endergebnis.
           


Mittwoch, 18. Oktober 2017

Editorial 121

Liebe Leserinnen und Leser,

sind Überraschungen was für Sie? Ja?! Ich würde sagen: Kommt darauf an. Manchmal offenbaren sich Überraschungen, die keiner erwartet … noch dazu an Orten, an denen niemand damit rechnet. Und natürlich soll es eine Überraschung bleiben. Psst, darf keiner wissen.

Da lese ich zufällig in einem Forum, in dem ich kaum mehr lese, dass nächstes Jahr im März eine Spielveranstaltung stattfinden soll. In Duisburg - im Ruhrgebiet! Noch dazu an denselben Tagen wie die Ratinger Spieletage. Im Mai folgt dann auch schon der Herner Spielwahnsinn. Im Ruhrgebiet ist ja quasi alles um die Ecke. Essen sowieso, weil mittendrin.

Ausgerechnet ein potenzieller Aussteller offenbart dieses Geheimnis: Veranstalter ist der Nostheide Verlag aus Memmelsdorf bei Bamberg. Aus Bayern, genauer aus Franken … und dann ins Ruhrgebiet. Kein Gedanke an die Rhein-Main-Schiene? „Spiel doch! In Duisburg“ wird die Spielemesse heißen. Und wer schreibt nochmal für die „Spiel doch!“? Ist das nicht die halbe Jury?
Ich hätte da noch ein paar Fragen: Gibt's im Pott wirklich Platz und Potenzial für eine vierte Veranstaltung? Und was soll anders werden als in Ratingen, Herne oder Essen? Können die Verlage diese vielen Events überhaupt noch stemmen? Und was soll denn in Duisburg gezeigt werden? Gibt's sechs bis acht Wochen nach der Nürnberger Messe genügend fertig produzierte Spieleneuheiten? Oder will der Nostheide Verlag der Spiel in Essen wirklich Konkurrenz machen? In Essen kommt die ganze Welt zusammen. Sind da ein paar Brosamen für Duisburg drin? Wer bringt dafür das viele Geld mit, und wer hat einen langen Atem, eine längere Durststrecke zu überwinden? Jede neue „Spielemesse“ muss sich erst beweisen. Essen ist ja auch nicht von jetzt auf Gleich zu dem geworden, was es heute ist. Also: Abwarten und Spiele spielen.

Aber was mach' ich mir hier überhaupt so viele Gedanken. Ich bin schließlich nur ein altes Pferd. Jedes Jahr klopfen immer ganze Herden junger Hengste auf den Busch. Sie kommen und sie gehen. Ich trabe im Oktober immer wieder gerne über die Internationalen Spieletage in Essen. Da kenn' ich mich aus, da weiß ich Bescheid. Und da ist auch genügend Platz für alle, auch für die wildesten unter allen Jungpferden. Nur könnten sich die allerwildesten Pferde irgendwann auf einer kleineren Koppel jenseits der fetten Weide wiederfinden.

In Essen wird dann auch wieder der Deutsche Spielepreis verliehen. Dessen Wahl war dieses Jahr so spannend wie der Bundestagswahlkampf. Ist nicht von mir, sondern von einem noch älteren Hengst aus der Szene. Das Ergebnis war irgendwie klar. Nur nicht, dass auf dem sechsten Platz zwei stimmengleiche Spiele landen. Macht ja nix, denn so kommt auch noch WETTLAUF NACH EL DORADO als elftes Spiel in die Top 10. Herzlichen Glückwunsch an alle Preisträger und ganz besonders natürlich an all' die Macher von TERRAFORMING MARS. Das beste Kinderspiel ist ICECOOL. Ist kein Wunder. Auch Erwachsene lieben dieses Kinderspiel.

Wir sehen uns dann auf der #spiel17 in Essen. Bis dahin!

Hold On Harry

p.s.: Die Ausweise für unsere alljährliche Scoutaktion finden sich wieder auf dem Blatt mit der Anschrift. Schade, wenn der Scoutausweis schon weg wäre...

Gewinner des Deutschen Spielepreises:
1. TERRAFORMING MARS von Jacob Fryxelius bei Schwerkraft-Verlag
2. GREAT WESTERN TRAIL von Alexander Pfister bei eggertspiele und Pegasus
3. EIN FEST FÜR ODIN von Uwe Rosenberg bei Feuerland
4. SCYTHE von Jamey Stegmaier bei Feuerland
5. FIRST CLASS von Helmut Ohley und Leonhard Orgler bei Hans im Glück
6. KINGDOMINO von Bruno Cathala bei Pegasus
6. RÄUBER DER NORDSEE von Shem Phillips bei Schwerkraft-Verlag
7. FABELSAFT von Friedemann Friese bei 2F-Spiele
8. CAPTAIN SONAR von Roberto Fraga und Yohan Lemonnier bei Pegasus
9. MAGIC MAZE von Kasper Lapp bei Pegasus
10.WETTLAUF NACH EL DORADO von Reiner Knizia bei Ravensburger

Freitag, 13. Oktober 2017

Fairplay 121 - Oktober bis Dezember 2017 - Inhaltsverzeichnis

Reportagen und mehr
  • Fingerfood: Brettspielapps
  • Großglockner: Ein Spiel im Heft von Jörg Domberger
    T.I.M.E Stories: Fünf Stationen weiter
    Das Fundament der Ewigkeit
  • A Game of Thrones Catan
Kritiken
  • Tiefseeabenteuer
  • Thunderbirds
  • Gaia Project
  • Mystic Value
  • Blood Rage
  • The Networks
  • Captain Sonar
  • Bärenpark Les Poilus
  • Too Many Bones
  • Habitats
  • Yokohama
  • Junta Las Cartas vs Tiefe Taschen
  • Funkenschlag, Kartenspiel
  • 5 Minute Dungeon
  • The Lost Expedition
  • Mechs vs. Minions
Interviews
  • Liesbeth Bos
  • Max Hirschel über den Co-Op Square
Rubriken
  • Editorial
  • Inhaltsverzeichnis
  • Kinderportion: Sokieba
  • Rückblick: Fairplay 42
  • à la carte: Century, Pyramids, Tallinn, Bullyparade, Wild Shots, Paaranoia, Schöne Sch#!?e, Sneaky Cards
  • ausSchachtungen: Metamorphosen
  • Wir spielen gern ...
  • Preisrätsel
  • Japanische Irr-Gärten
  • Bestenliste
  • Noten

Montag, 31. Juli 2017

Rückblick: Fairplay 41

Früher war mehr Lametta. Klar! Logo! Bestimmt? Wenn ich an die Spiele in dieser Fairplay denke, dann bleibt so gar kein Lametta. Was waren das damals nur für Zeiten?! Mit wie wenig wir damals ausgekommen sind. Einzig Robert Abbotts GENIUS RULES, Neuauflage von ELEUSIS, hätte heute noch Bestand, gerade weil es eine hübsche Herausforderung ist. Wer zieht aus den ausliegenden Karten die richtigen Schlüsse und erkennt die Regel aus dem Muster? Könnte ich mir zeitgemäß ausgestattet heute noch gut vorstellen.

FRISCHFISCH von Friedemann Friese hat mir damals sehr gut gefallen. Davon gibt’s eine zweite und eine dritte Auflage, die hat 2F-Spiele wieder selbst verlegt. Was soll ich lange um den heißen Brei rumschreiben: Ist bei mir total durchgefallen. Die Optik ist so dermaßen bescheiden, wie das Spiel sich so merkwürdig um die Ecke spielt. Und das fand ich mal gut?! Hätte ich eigentlich schon damals nicht gut finden dürfen. Helmut Wresnik, damals noch Jury-Mitglied und an der Uni Graz im Institut für Geometrie tätig, hat mir haarklein auseinandergesetzt, warum FRISCHFISCH aus topologischen Gründen kaputt sei. Ich hab’s damals nicht verstanden, weil ich das Spiel ziemlich toll fand. Lag sicher nur daran, dass ich eine Seltenheit ergattert hatte. Wahrscheinlich hatte Helmut Wresnik kein FRISCHFISCH mehr bekommen. Ätsch...

Ansonsten wimmelt es nur so von mittelmäßigen Spielen. Sogar Nachläufer des Sammelkartenbooms haben es ins Heft geschafft. Einzig NETRUNNER scheint es heute als Living Card Game noch zu geben. Und Herbert drischt so richtig auf MISSISSIPPI QUEEN ein. Seine Abrechnung mit dem Spiel des Jahres '97 gilt noch immer.

Und erstmals wurde ein ganz spezielles Pferderennen als Brettspiel umgesetzt … von jenem Herren, der heute mit seinem Verlag fest im Sattel sitzt und den GREAT WESTERN TRAIL reitet. Was hat Peter Eggert zusammen mit seinem Team so alles geschafft?! Sein DUHNER WATTRENNEN ist eher ein Spiel für Sammler. Jeder fängt mal klein an, und die Hürden waren längst nicht so hoch wie heute.

Der 41 hat ein Fragebogen beigelegen. Wir wollten von unseren Leserinnen und Lesern „was“ wissen. Was, weiß ich gar nicht mehr so genau. Nur, dass wir lange darum diskutiert haben, was und vor allem wie wir fragen. Hat vielleicht noch jemand den Fragebogen? Würd‘ mich ja mal interessieren!

Unsere Messeberichte standen in der Umfrage wohl besonders im Fokus. Was haben wir darüber diskutiert. Messeberichte als reine Beschreibungstexte ohne kleinste Einschätzungen sind schon gruselig zu schreiben, aber noch viel gruseliger zu lesen. Jeder, der sowas lesen oder schreiben muss, darf nicht auf mein Bedauern hoffen. Aber wie viele Jahre sind dann noch ins Land gegangen, bis wir den Messebericht inhaltlich und im Umfang tatsächlich reformiert haben? Einige Kollegen sahen in ihm immer ein Archiv aller erschienenen Spiele. Und deshalb musste der Messebericht so bleiben wie er war. Heutzutage kann ich darüber nur lachen, wie vermessen dieser Ansatz war. Immerhin, so viel sei verraten, haben wir dann Harrys Konterfei benutzt, um interessante Spiele im Messebericht hervorzuheben. Sein Doppel-Konterfei sogar für vermeintlich besonders gute Spiele.

Und wie viel Fleißarbeit hat unser Chef damals wohl in den Index für die Hefte 1 bis 41 gesteckt? Den hat Harry angekündigt, aber ist es nur bei der Ankündigung geblieben? Ich kann mich jedenfalls nur daran erinnern, dass ein Index bis zur Ausgabe 21 erschienen ist. Oder hat den jemand den angekündigten Index zu Hause? Ach was soll's, unsere Artikel hat dann Knut-Michael Wolf in seinen spielefindex.de eingetragen. Bis März 2005 hat er den im Alleingang gepflegt und der funktioniert immer noch. (Anmerkung der Redaktion: Kurz nach Drucklegung des Heftes funktioniert der spielefindex leider nicht mehr). Haben wir dafür jemals gedankt? Falls nicht, dann jetzt: Vielen Dank für deine Fleißarbeit.

Wolfgang Friebe

Herbert im Heft 41

... über das Spiel des Jahres (sic): „Kann man mit einem gut verpackten spielerischen Bißchen in Zukunft wieder mit Hilfe der Jury groß absahnen?“


Zum Spielefindex bitte hier entlang:

Hallo Wolfgang,

danke für die Erwähnung des spielefindex. Der dumme Zufall will, dass ich die Domain spielefindex.de gekündigt hatte und die Kündigung gerade vor wenigen Wochen wirksam geworden ist. Der Findex ist jetzt nur noch über meine private Domain erreichbar: www.kmws.de/findex. Die Auswahl nach Zeitschriften funktioniert auch nicht mehr, weil ich das Skript nicht an die neue PHP-Version angepasst habe. Was aber noch funktioniert, ist die Suche nach einzelnen Spielen. Und wenn man in der Stichwort-Suche ein % (Prozentzeichen) einträgt, bekommt man den kompletten Index angezeigt.

Als ich die Aktualisierung des Index vor 12 Jahren eingestellt habe, gab's keinerlei Resonanz. Was zeigt, dass das Dings wohl hauptsächlich meiner eigenen Befriedigung diente ;-)

Fröhliche Grüße