Freitag, 26. Januar 2007

Imperial: Notenänderung

Copyright: Eggert SpielJetzt hat sich IMPERIAL in einer meiner Spiele-Runden doch noch zum Dauerbrenner entwickelt... Einerseits habe ich ja weiterhin Zweifel am Spiel; andererseits spiele ich jedesmal wieder gerne mit. Der Reiz ist merklich höher als bei einem dieser austauschbaren 08/15-Spiele. Und zwar wohl deshalb, weil IMPERIAL nicht so leicht zu knacken ist.
Als problematisch empfinde ich den eingeschränkten Handlungsspielraum: Für meinen Geschmack habe ich letztlich zu wenig selbst in der Hand und bin zu sehr darauf angewiesen, dass alle am Tisch mitdenken und wissen, was sie tun. (Und es ärgert mich, wenn sie´s offensichtlich nicht wissen, und ein Dritter dadurch Vorteile erhält.)
Wegen der Faszination, die von dem komplexen Gesamtsystem ausgeht, möchte ich meiner ursprünglich vergebenen 3 nun aber doch eine kleine Tendenz nach oben geben und erhöhe auf 3+. Zu noch mehr kann ich mich vorläufig nicht durchringen.

Sonntag, 21. Januar 2007

Medici – neu bei Rio Grande

Nach der Zwei-Personen-Adaption MEDICI VS STROZZI (Besprechung in der FAIRPLAY Nr. 78) ist bei Rio Grande jetzt auch das Original-MEDICI als Wiederauflage erschienen. Bereits seit Anfang dieses Jahres wird es von Abacus in Deutschland ausgeliefert.

Das Versteigerungsspiel von Reiner Knizia errang 1995 den Platz 5 beim Deutschen Spiele Preis. Die Neuauflage hat eine leicht überarbeitete Spielregel und eine neue Grafik. Unverändert können drei bis sechs Leute mitspielen.

Samstag, 20. Januar 2007

Gift Trap

Fast Foodfette Schachtel

Daran kann man vorbei laufen, das kann man übersehen. Bunt und poppig ist die kubische Schachtel, sieht gar nicht mittelalterlich aus. Außerdem sind in der Schachtel auch noch acht pastellfarbige Strumpfsäckchen. Schnelles Fazit: Auf gar keinen Fall ein Spiel für echte Spieler. Außerdem: Stein Thompson, was haben die schon vollbracht außer Werbung? Ein Freund musste mich drauf hinweisen, dass es a) GIFT TRAP auch auf Deutsch gibt und b) GIFT TRAP ein KoKa-Spiel ist. Sie kennen doch TABU und ACTIVITIY? KoKa steht bei uns für kommunikative Kacke, ist immer noch hoch im Kurs in den Runden mit unechten Spielern.

Der Name verrät: Es geht um Geschenke, um tolle und dämliche. Wer hat sich in Ihrem Alter nicht schon immer eine Eintrittskarte für ein Rave-Konzert gewünscht? Oder eine eigene Kletterwand? Gute Geschenke werden belohnt, Schenker und Beschenkter kommen voran. Ist es „great“, geht es satte drei Punkte auf der Punktleiste vor. Wenn’s aber „no way“ ist, für mich wären das Lederslipper, geht es vier Felder zurück. Mitgefangen – mitgehangen, obwohl ich nichts für den schlechten Geschmack meiner Mitspieler kann.

Der Witz sind die beiden Punktleisten. „Get“ für die erhaltenen und „Give“ für gemachte Geschenke. Nur wenn beide Geschenkschachteln auf dem Feld „Gifted“ angekommen sind, hat man gewonnen. Da zeigt es sich dann, wer der beste Schenker ist UND wer sich am besten beschenken lässt. Ein guter Schenker weiß genau, was die anderen wünschen. Wer lieber viel von sich erzählt, bekommt wahrscheinlich die besten Geschenke, bleibt aber mit „Give“ zurück.

Aber was schenken wir? Aus vier Kartenstapeln – auf jeder Karte vorne und hinten ein Foto – werden die Geschenke ausgewählt. Aus dem gelben Stapel kommen Allerweltsgeschenke, aus dem schwarzen schon richtig teure Geschichten. Blau und rot bilden die obere und untere Mitte. Es wird immer ein Geschenk mehr auf den Plan gelegt, als Mitspieler teilnehmen. Bei der Verteilung sollte man schon gute Miene zu bösem Spiel machen, um nicht vorab zu viel zu verraten. Danach werden die Geschenke gemacht, jeder bekommt von jedem ein Plättchen mit der Nummer des vermeintlich besten Geschenks. Anschließend verteilen alle vier runde Marker verdeckt auf die Geschenke: Great (+3), very good (+2), good (+1) und das unschöne no way (-4). Dann folgt die Stunde der Wahrheit.

Strumpfsäckchen… und GIFT TRAP zeigt sich von seiner allerbesten KoKa-Seite. Wer findet was toll? Und was ist völlig beknackt? Liegt man richtig oder voll daneben? Selbst wenn man sich gut kennt, sind immer noch Überraschungen drin. Entsprechend groß ist das Hallo, wenn sich jemand etwas völlig Abseitiges wünscht und sich dann damit rausreden will, dass er mit der Ablage der Punktechips durcheinander gekommen ist. Wer’s glaubt!? Es wird auf jeden Fall viel gelacht. Nur mit unsympathischen Leuten braucht man GIFT TRAP gar nicht erst zu spielen. Positive wie negative Sympathien werden durch das Spiel nur verstärkt. Ein kleines Manko: Die Punktwertung ist kompliziert. Wer geht mit welcher Figur wie viele Felder voran oder zurück? Volle Konzentration ist dann alles. Und dass mir niemand vergisst, wer welche Farbe hat!

GIFT TRAP von Nick Kellet für 3–8 Spieler, GiftTrap 2005 (deutscher Vertrieb: Stein Thompson)

aus der FAIRPLAY Nr. 78

Mittwoch, 10. Januar 2007

Fairplay 78 · Januar–März 2007


Aus dem Inhalt:

  • Ein umfangreicher Werkstattbericht von Udo Bartsch, der die Entstehung von AUGSBURG 1520 nachzeichnete.
  • 35 Seiten Messebericht über die Essener Spiel ’06.
  • Besprechungen der Spiele BATTLELORE, SÄULEN DER ERDE, SPACE DEALER, DIE BAUMEISTER VON ARKADIA, TARA, HERMAGOR, IMPERIAL, MR. JACK u.a.

Dienstag, 9. Januar 2007

Essen Spiel ’06: die Scoutaktion



Während der Essener Spieltage 2006 waren die FAIRPLAY-Scouts erneut unterwegs. Bei den Spielen, die mehr als 50 mal benotet wurden, schnitten folgende Titel mit den besten Durchschnittsnoten ab:


  1. Notre Dame – Prototyp (Alea) 1,3

  2. Yspahan (Ystari/Huch & friends) 1,8

  3. Die Säulen der Erde (Kosmos) 1,8

  4. Maestro Leonardo (dV/Abacus) 1,8

  5. Imperial (Eggert) 1,9

  6. Tara (Surprised Stare) 2,0

  7. Santy Anno (Repos) 2,0

  8. Space Dealer (Eggert) 2,0

  9. Mr. Jack (Hurrican) 2,0

  10. Hermagor (Mind the Move) 2,1


Eine vollständige Liste aller Spiele, die mindestens zehn Noten erhalten haben, ist HIER zu finden, als Excel-Datei kann sie HIER heruntergeladen werden.

Noten in der Fairplay


Diese Tabelle ist ein Update der FAIRPLAY-Noten unserer meistgespielten Spiele. Grün bedeutet, dass sich die Note gegenüber der im Heft abgedruckten verbessert hat, rot ist eine Verschlechterung, gelb ist eine neue Note. Außerdem ist angegeben, in welcher FAIRPLAY-Ausgabe die dazugehörige Rezension erschienen ist.

ub = Udo Bartsch — wf = Wolfgang Friebe — fk = Frank Kersten – dn = Dieter Niehoff — kn = Kathrin Nos — hs = Harald Schrapers

Favoritensiege überall


Spielejahrgang 05/06: CAYLUS siegt beim Deutschen Spiele Preis, THURN UND TAXIS bei der Jury

An der Spitze ist man sich weitgehend einig. Der Franzose William Attia und sein CAYLUS gewinnen den Deutschen Spiele Preis mit einem erstklassigen Ergebnis – 52 Prozent der maximal möglichen Punkte sind ziemlich beeindruckend. THURN UND TAXIS folgt mit immerhin 40 Prozent. Der Vorjahressieger LOUIS XIV brachte es damals auf gerade mal 27 Prozent.
Offensichtlich gibt es in diesem Jahr eine hervorragende Spitze und ein eher unterdurchschnittliches Mittelfeld. Da konnten die abstimmenden Experten und Spieler leicht einen Konsens finden.
Auch die Spiel-des-Jahres-Jury einigte sich auf den Favoriten und prämierte wie erwartet THURN UND TAXIS. CAYLUS machte die Jury bereits vorab zu dem, was das Spiel ist: ein komplexes – und hob dafür einen Sonderpreis aus der Taufe.
Die Bronzemedaille des am Vorabend der Essener Spieltage verliehenen Deutschen Spiele Preises geht an ANTIKE, ein aufwändiges, bis zu vierstündiges Spiel. Genau wie bei CAYLUS wird mit ANTIKE ein Trend deutlich, der auf der Spiel ’05 um sich griff: Aus Eigenverlegern werden Kleinverleger. Die in der Szene schon immer hoch gelobten Kleinstverlage waren oftmals ja gar keine richtigen Verlage. Sondern es waren Vehikel jeweils einzelner Spieleautoren, ihre Titel selbst zu verlegen. Eine echte verlegerische oder redaktionelle Tätigkeit bleibt aus, wenn der Autor diese Rollen in Personalunion verkörpern muss.
Mit ANTIKE feiert Peter Eggert seinen ersten großen Erfolg. Auch er war als Eigenverleger mit einer Reihe von Spiele aus der eigenen Feder gestartet. Doch gekrönt wird seine verlegerische Tätigkeit mit einem Spiel von Walther „Mac“ Gerdts. Die Trennung der Autorentätigkeit von der Redaktions-/Verlegertätigkeit kann für die Qualitätsentwicklung eines Spieles sehr zuträglich sein. ANTIKES Erfolg ist auch deshalb bemerkenswert, weil es vermutlich die geringste Auflage der prämierten Spiele hat. CAYLUS kommt zwar auch aus einem Ein-Mann-Verlag. Ystari hat sich aber mit Huch & friends einen starken Partner mit einem leistungsfähigen Vertrieb gesucht.
Es ist das erste Mal seit der Begründung des Spiele Preises 1990, dass kein deutscher Autor und kein deutscher Verlag diese Auszeichnung für das beste „German style game“ erhält. Was sich mit dem amerikanischen ZUG UM ZUG beim Spiel des Jahres bereits andeutete, ist mit dem französischen CAYLUS jetzt auch beim Deutschen Spiele Preises Realität. Der Spielemarkt gehört den deutschen Spieleschaffenden nicht mehr allein.
Platz 4 des Deutschen Spiele Preises geht an BLUE MOON CITY. Das ist keine Überraschung, denn dieses von der Jury mit einer Nominierung ausgezeichnete Spiel wird vielfach gelobt. Ansonsten lösten die Jury-Nominierungen bei dem Fachpublikum, das über den Spiele Preis entscheidet, offensichtlich Kopfschütteln aus. Weder JUST 4 FUN, noch SEERÄUBER, noch das taktisch etwas anspruchsvollere AQUA ROMANA hatten eine Chance.
MESOPOTAMIEN – Platz 5 – zählt unstrittig zu den guten Spielen eines wenig begeisternden Jahrgangs, genauso wie ELASUND und MAUERBAUER auf den nächsten Plätzen. Diese beiden Titel wurden von der Jury noch nicht einmal einer Empfehlung für würdig gehalten.
Schlechte Startvoraussetzungen hatte AUGSBURG 1520. Dieses Spiel verließ erst im Mai die Produktionshallen und hatte damit kaum eine Chance, sich einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Vielleicht hätte es zu einem anderen Zeitpunkt mehr Glück gehabt. SCHATTEN ÜBER CAMELOT erging es im letzten Jahr ähnlich. Es landete damals nur auf Platz 7 – wenn es erst in diesem Jahr zur Abstimmung gestanden hätte, wäre das Ergebnis wohl besser gewesen. Hans im Glück ist mit drei Spielen in der Top Ten vertreten, Alea und Kosmos mit je zwei. Die Sympathien des Fachpublikums sind in diesem Jahr eindeutig verteilt.

Aus der Fairplay Nr. 77

Montag, 1. Januar 2007

Impressum

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