Montag, 29. Dezember 2008

Innovation: WALDSCHATTENSPIEL

Innovation: Walter Kraul für das Spiel im Dunkeln mit dem WALDSCHATTENSPIEL.


Worum geht es: Im Dunkeln spielen, nur das Material leuchtet den Weg.


Was kam danach: Kirsten Becker und Jens-Peter Schliemann in DIE NACHT DER MAGIER.

Montag, 22. Dezember 2008

Innovation: VERRÄTER

Innovation: Marcel-André Casasola Merkle für die Rollenwahl in VERRÄTER.


Worum geht es: Ich bin der Verräter, du bist der Diplomat, und Baumeister sowie Bauer spielen auch noch mit. Danach wird wieder aufgemischt.


Was kam danach: Marcel-André in MEUTERER, Bruno Faidutti mit "verräter"ischem Verwendungsnachweis in OHNE FURCHT UND ADEL, Andreas Seyfarth in PUERTO RICO.

Montag, 15. Dezember 2008

Noten in der Fairplay


wf = Wolfgang Friebe — fk = Frank Kersten — dn = Dieter Niehoff — kn = Kathrin Nos — hs = Harald Schrapers – pz = Peter Zanow
Diese Tabelle ist ein Update der FAIRPLAY-Noten unserer meistgespielten Spiele. Grün bedeutet, dass sich die Note gegenüber der im Heft abgedruckten verbessert hat, rot ist eine Verschlechterung, gelb ist eine neue Note. Außerdem ist angegeben, in welcher FAIRPLAY-Ausgabe die dazugehörige Rezension erschienen ist.

Innovation: RACKO

Innovation: Unbekannt für RACKO.


Worum geht es: Das Chaos ordnet sich mit System. Immer eine Karte austauschen, bis es passt.


Was kam danach: EUROPA TOUR und Konsorten. Bei Out of the Box Games kann man in 40 Tagen um die Welt reisen, durch Europa, Afrika, Asien und die USA. Entfernt verwandt: FINITO.

Dienstag, 9. Dezember 2008

Fairplay 86 · Januar–März 2009

Die Fairplay Nr. 86 erscheint am Samstag, den 20. Dezember 2008.

Der Inhalt

Essener Spieltage 08 Bericht und Neuheitenvorstellungen
Schwerpunkt Rollenspiele Dungeons & Dragons und Co.
Kolumne German-style Games als kulturelles Exportgut
Spieletagebuch
Rückblick Fairplay Nr. 6
Wiederspielen 1998 – Abalone
Interview Heinz-Georg Thiemann

Spielekritiken

Age of Empires III Pro Ludo
Cities Emma
Diamonds Club Ravensburger
Goldene Ära Phalanx
Horus Amigo
Planet Steam Ludo Art
Powerboats Cwali
Professor Pünschge Zoch
Das Spiel des Namen Ravensburger

Kooperative Spiele
Ghost Stories Repos
Der Hexer von Salem Kosmos
Pandemie Pegasus
Roter November Fantasy Flight
Space Alert CGE

Kartenspiele
Dominion Hans im Glück
Kuh sucht Bauer University
Mystery Rummy Pegasus
Die Sterne stehen richtig Pegasus
Tatort Themse Pegasus

Fast Food
Getta Letter Winning Moves
Hoppladi Hopplada Zoch

Montag, 8. Dezember 2008

Innovation: HOL'S DER GEIER

Innovation: Alex Randolph für HOL'S DER GEIER.


Worum geht es: Wenn zwei sich streiten macht es Patt, und es freut sich der Dritte.


Was kam danach: Schöne Variation in DESTINO. Wurde aufgenommen in die Werkzeugkiste der Standardmechanismen.

Montag, 1. Dezember 2008

Innovation: ACQUIRE

Innovation: Sid Sackson für ACQUIRE.


Worum geht es: Wer nicht fusioniert, hat das Spiel nicht verstanden.


Was kam danach: BIG BOSS als Vertreter für etliche andere.

Montag, 24. November 2008

Innovation: BOHNANZA

Innovation: Uwe Rosenberg für die zwangsweise Kartenwahl bei BOHNANZA.


Worum geht es: Immer hübsch der Reihe nach, was stört, muss man tauschen.


Was kam danach: Nichts, außer BOHNANZA, BOHNANZA, BOHNANZA, alternativ BOHNANZA Teil 2 bis unendlich, wir erwarten alles.

Montag, 17. November 2008

Innovation: UNTERNEHMEN ERDGAS

Innovation: Wolfgang Kramer für seine erste Leiste in UNTERNEHMEN ERDGAS.


Worum geht es: Punktezählung ohne Aufzuschreiben, Geld oder Sonstwas - gut für Verleger, gut für den Zweiten. Der erste spürt den Gegenwind.


Was kam danach: Immer wieder gern verwendet, fast schon Public Domain

Montag, 10. November 2008

Innovation: EUPHRAT UND TIGRIS

Innovation: Reiner Knizia für den besonderen Wertungmechanismus bei EUPHRAT UND TIGRIS.


Worum geht es: Vom wenigsten das Meiste, für die Gleichmacherei der hintersten Plätze und den zwangsweisen Zusammenhalt der Punkte.


Was danach kam: Tausend Mal Herr Knizia, macht aber nix!

Sonntag, 9. November 2008

Endlich Neuheiten spielen

Es juckte schon in den Fingern - aber in den 14 Tagen nach Essen ergab sich keine Möglichkeit für einen längeren Spieleabend mit Messeneuheiten. Am Samstagnachmittag ging es dann schließlich los - Dank an Michi, der "Planet Steam" schon aufgebaut und vorbereitet hatte. 3 Neulinge und 2, die das Spiel in Essen schon antesten konnten - nach gut 30 Minuten waren die meisten Fragen geklärt und es konnte losgehen. Mein Eindruck der ersten Partie: Interessant mit Wiederspielreiz. Dieser resultiert aus den vielen Baustellen, die es zu beackern und zu beachten gilt, Vorsatz: "Beim nächsten Mal mache ich es anders und besser". Die Materialfülle wirkt zunächst etwas erschlagend und ablenkend, trotzdem findet man recht schnell ins Spielgeschehen. "Aus dem Bauch heraus spielen" ist nicht - nach Möglichkeit ist gnadenlose Zugoptimierung angesagt. Wer eine günstige Option übersieht bzw. einen wichtigen Rohstoff zuviel ausgibt oder zu wenig produziert (oder einkauft), bekommt schon ernstahfte Probleme in der nächsten Runde. Und bei 5 Spielern sind 4 Spieljahre gar nicht so viel -kaum Zeit, um gröbere Fehler auszubügeln. Aber egal, "Planet Steam" kommt wieder auf den Tisch - und da mache ich vieles anders...

Als leichte Zwischenmahlzeit kam "Gambit 7" auf den Tisch - diese Art der Schätzspiele mag man, oder man mag sie nicht. Allerdings fand ich hier den Ablauf mit den Antwortkärtchen, deren Sortierung an der Wertungsleiste und der anschließenden Wetterei etwas unrund. Da gefällt mir z.B. "Times" erheblich besser - allerdings dauert das auch länger. Ein Bonbon gibt derSschachtelaufdruck her: "Sind sie von sich überzeugt? Dann wetten sie auf sich selbst!" Genau diese Option wird in der Spielregel allerdings deutlich ausgeschlossen...

Wenigstens eines der neuen Rennspiele musste es dann auch noch sein - "Snow Tails" hat mir ausgesprochen gut gefallen. Schon der Anfängerkurs ist mit den Hundeschlitten spannend zu befahren - und hat 2 Kurven, deren Tücke mancher erst zu spät erkennt. Da kommt altes "Formula Dé" - Feeling auf... Der Bewegungsmechanismus mit den beiden Zughunden ist gelungen und knifflig genug, um weitere Rennen auf den schwierigen Strecken zu starten. Auf jeden Fall sind beim nächsten Treffen "Powerboat" und "Flussfieber" dran - mal schauen, wie danach meine persönliche Rangfolge dieser drei Rennspiele ausschaut.

Montag, 3. November 2008

Innovation: MEMORY

Innovation: William Hurter für sein Doppelspiel MEMORY.


Worum geht es: Zwei gleiche sind ein Pärchen, zwei verschiedene bleiben liegen. Der Urvater hat noch keinen langen Bart.


Was kam danach: Millionen Plagiate und Derivate, manche besser, viele schlechter.

Samstag, 1. November 2008

Neue Blog-Serie: Innovationen

Was macht eine Innovation im Spielebereich aus? Ansatzpunkte gibt es etliche. Ungewöhnliche Themen aufzugreifen ist sicher am einfachsten. In der Kleinverlagsszene finden sich die bizarrsten Schauplätze. Das können brünstige Hirsche auf ANTLER ISLAND sein oder Party feiernde Pinguine, die sich in THE PENGUIN ULTIMATUM von Einrad fahrenden Eisbären oder jonglierenden Kängurus unterhalten lassen.

Eine ungewohnte Kombination gängiger Mechanismen brachte etwa FACTORY FUN hervor. Hektisches gleichzeitiges Zugreifen wechselte sich ab mit solitärem Einbau von Maschinen in der eigenen Fabrik. Originelle Mechanismen wachsen aber nicht gerade auf Bäumen. Und wer einen guten, interessanten Mechanismus findet, verwendet und variiert ihn gerne selbst wieder. Manchmal bedienen sich auch andere Autoren.

Wir wollen dem im Rahmen einer Blog-Serie genauer nachgehen. Wolfgang Friebe und ich stellen hier im Wechsel eine Reihe von Spielen vor, die aus unserer Sicht besondere Innovationen hervorgebracht haben. Machen Sie mit! Nennen Sie uns weitere Beispiele, schicken Sie uns Korrekturen, Ergänzungen, weitere Innovationen - und sagen Sie uns, wenn Sie ganz anderer Meinung sind.

Jeweils Montagsmorgens geht es mit den Innovationen weiter.

Dienstag, 28. Oktober 2008

À la Carte 2008 - Preisverleihung in Essen


Wie immer wurde in Essen auf den Preisträger RACE FOR THE GALAXY angestoßen. Und wie immer mit Sekt, dieses Mal sogar mit leicht gekühltem. Chefredakteur Herbert Heller überreichte persönlich den Preis an beide Verleger, an den amerikanischen und an den deutschen. Stellvertretend für den Autor Thomas Lehmann nahmen Jay Tummelson (mitte) und Joe Nikisch (rechts) am Stand der Fairplay die Urkunde entgegen.

Sonntag, 26. Oktober 2008

Die beliebtesten Spiele der Spiel ’08 – die Top Ten der Scouts

DOMINION von Donald X. Vaccarino ist das beliebteste Spiel der Essener Spieltage 2008. Verleger Bernd Brunnhofer (Foto) freute sich über den Erfolg des bei Hans im Glück erschienen Titels. DOMINION konnte sich mit der Durchschnittsnote 2+ gegen DIE PRINZEN VON MACHU PICCHU von Mac Geerdts (Note 2) und COMUNI vom Autorenteam Acchittocca (2−) durchsetzen. Ermittelt wurde dieses klare Ergebnis von mehreren hundert Spielescouts, die für die FAIRPLAY die Messehallen durchstreiften.

1. DOMINION von Donald X. Vaccarino (Hans im Glück) 2+
2. MACHU PICCHU von Walther „Mac“ Gerdts (PD) 2
3. COMUNI von Acchittocca (Tenki/Huch & friends) 2−
4. DIAMANTS CLUB von Rüdiger Dorn (Ravensburger) 2−
5. SNOW TAILS von Fraser und Gordon Lamont (Fragor) 2−
6. PANDEMIE von Matt Leacock (Pegasus) 2−
7. IM SCHUTZE DER BURG von Inka und Markus Brand (Eggert) 2−
8. ICE FLOW von Dean Conrad und John Streets (LG) 2−
9. AGE OF EMPIRES III von Glenn Drover (Pro Ludo) 2−
10. URUK von Hanno und Wilfried Kuhn (DDD) 2−

Die Rangliste dieser zehn Spiele setzt sich aus den Titeln zusammen, die von mindestens 45 Scouts gespielt wurden und die eine Durchschnittsnote von besser als 2,5 erhielten.

Alle Spiele mit mindestens zehn Nennungen (97 Titel) >>

Alle Spiele mit mindestens zwei Nennungen, alphabetisch (159 Titel) >> pdf-Datei >> csv-Datei >> xls-Datei >>

Erweiterungen, Wiederauflagen und Kinderspiele wurden nicht berücksichtigt.


Scoutaktion: Die beliebtesten Spiele der Internationalen Spieltage seit 2000 >>

Samstag, 25. Oktober 2008

Scoutaktion 2008 – dritter Tag

Die beliebtesten Titel der SPIEL ’08 bei den FAIRPLAY-Spielescouts – Zwischenwertung Samstag (Titel mit mindestens 33 Nennungen und einer guten Durchschnittsnote):

1. DOMINION (Hans im Glück) 2+
2. Machu Picchu (PD) 2
3. Comuni (Tenki/Huch & friends) 2−
4. Diamonds Club (Ravensburger) 2−
5. Pandemie (Pegasus) 2−
6. Age of Empires III (Pro Ludo) 2−
7. Im Schutz der Burg (Eggert) 2−
8. Snow Tails (Fragor) 2−
9. Cavum (QWG) 2−
10. Space Alert (CGE) 2−
11. Wind River (Argentum) 2−
12. Le Havre (Lookout) 2−
13. Chicago Express (Queen) 2−

Die Geheimtipps der Scouts: After der Flood (Treefrog), Britannia (Fantasy Flight), Planet Steam (Ludo Art), Ghost Storie (Repos), Giants (Matagot), Tinners’ Trail (Treefrog), Confucius (Surprised Stare) und Monastery (Ragnar Brothers).

Freitag, 24. Oktober 2008

Scoutaktion 2008 – zweiter Tag

Die beliebtesten Titel der SPIEL ’08 bei den FAIRPLAY-Spielescouts – Zwischenwertung Freitagabend (Titel mit mindestens 20 Nennungen und einer guten Durchschnittsnote):

1. DOMINION (Hans im Glück) 2+
2. Machu Picchu (PD) 2
3. Comuni (Tenki/Huch & friends) 2
4. Pandemie (Pegasus) 2
5. Diamonds Club (Ravensburger) 2
6. Age of Empires III (Pro Ludo) 2−
7. Im Schutz der Burg (Eggert) 2−
8. Le Havre (Lookout) 2−
9. Powerboats (Cwali) 2−
10. Flussfieber (2F) 2−

Weitere Top-Empfehlungen einiger Scouts: Uruk (DDD), Tinners’ Trail (Treefrog), Cavum (QWD), Wind River (Argentum), Planet Steam (LudoArt), Fauna (Huch & friends) und Leader 1 (Ghenos)

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Kathrin Nos wird Jurorin

Kathrin Nos ist heute in die Jury Spiel des Jahres aufgenommen worden. Seit 2006 ist sie freie Mitarbeiterin der FAIRPLAY. Zuvor wurden ihre Beiträge bei Hall 9000 veröffentlicht. Inzwischen schreibt sie auch für die Rhein-Neckar-Zeitung und hat mit das-spielEN.de einen eigenen Blog.
Herzlichen Glückwunsch an Kathrin, die nun an der Auswahl des weltweit wichtigsen Spielepreises mit Sitz und Stimme teilnehmen darf. Und einen Glückwunsch an die FAIRPLAY, die nun eine prominente Mitarbeiterin in ihren Reihen hat.

Ein Hype und keine Scout-Noten

Jetzt ist er da, der Hype. Er dreht sich um den Messestand von Lookout Games. Dort bildeten sich den ganzen Tag lange Schlangen. Den Lookout-Verlegern wurde aus der Hand gerissen, was sie zu bieten hatten. Spielbares AGRICOLA-Material genauso wie unspielbares wie die „Bauern für Bauern“-Cola zugunsten eines äthiopischen Hilfsprojektes. Und insbesondere wurde unbesehen gekauft: die Uwe-Rosenberg-Neuheit LE HAVRE.
Ein tolles Spiel oder ein Hype? Wir wissen es noch nicht. Selbst die FAIRPLAY-Scouts sind ratlos. Am ersten Messetag trudelten die Noten so spärlich ein und verteilten sich auf so viele Spiele, dass es unsinnig wäre, bereits einen ersten Trend zu veröffentlichen. Denn den gibt es nicht. Es gibt nur die beiden Schlangen vor dem Lookout-Stand. Und den Rest werden wir morgen bekannt geben. Auch den ersten Scout-Noten-Trend. Versprochen.

Mittwoch, 22. Oktober 2008

Der Deutsche Spiele Preis und die Agri-Cola

Traditionell wird am Vorabend der Internationalen Spieltage in der Messe Essen der Deutsche Spiele Preis überreicht. Dieses Mal nahmen Uwe Rosenberg und Hanno Girke, die als Autor beziehungsweise Lookout-Games-Verleger auf die Bühne kamen, den Preis entgegen. AGRICOLA heißt das Werk, das zuvor bereits den Sonderpreis Komplexes Spiel von der Spiel-des-Jahres-Jury erhalten hat.
„Ein anderes Ergebnis hätte doch wohl jeden verwundert“, kommentierte Arne Claussen das Ergebnis in der FAIRPLAY 85. „Und wäre er nicht schon erfunden worden, so hätte die Spiel-des-Jahres-Jury sicherlich für AGRICOLA den besagten Sonderpreis erfunden.“ Angesichts dieser Dominanz von AGRICOLA hätten es andere gute, komplexe Spiele des Jahrgangs schwer gehabt, das ihnen gebührende Maß an Aufmerksamkeit zu erlangen, meinte Claussen.
Kathrin Nos stimmte ihm zu: „Dass AGRICOLA abräumt, wundert mich überhaupt nicht. Noch nie habe ich das Phänomen erlebt, dass auf Spielertreffen an drei Tischen gleichzeitig Einführungsrunden stattfinden – ein Erklärer, der für mehr als zehn Leute erklärt. Oder dass über vier Tage hinweg einzelne Personen acht oder zehn Partien spielten.“ AGRICOLA habe da einfach einen Nerv getroffen.
„Bauern helfen Bauern“ heißt das Motto, unter dem Lookout eine Bauerninitiative in Äthiopien unterstützt. Dazu wurde an jeden Gast eine Flasche speziell für Lookout abgefüllte Agri-Cola verteilt und gleichzeitig um die Überweisung einer Spende gebeten.
Uwe Rosenberg, der durch BOHNANZA bekannt wurde, hat mit AGRICOLA das Spiel seines Lebens geschaffen. Wenn er eine Stunde auf dem Balkon sitze, habe es direkt 200 neue Karten geschaffen, erzählte Rosenberg in seiner Danksagung.
Anschließend betrat Reiner Knizia stilsicher als Gespenst verkleidet die Bühne. Der Grund war offensichtlich: Sein Gespensterspiel WER WAR’S? wurde mit dem Deutschen Kinderspiele Preis ausgezeichnet. (Fotos: Die beiden Sieger Uwe Rosenberg und Reiner Knizia)

Montag, 20. Oktober 2008

Fairplay Scout Aktion
Halle 10, Stand 34

Die Messe kommt, das Fieber steigt: Sie wissen nicht, welches Spiel wirklich den Kaufpreis wert ist? Sie wissen nicht, ob Sie auch alle spielerischen Höhepunkte dieser Veranstaltung gesehen haben?

Unsere Scout Aktion kann Ihnen weiterhelfen!

Viele Spieler testen die Neuheiten und geben ihren ersten Eindruck – in Form einer Schulnote – an unserem Stand weiter. Wir sammeln die Ergebnisse und errechnen einen Durchschnittswert, den wir sofort veröffentlichen.

Eine solche Aktion besitzt natürlich nur dann einen Aussagewert, wenn viele Noten in die Berechnungen einfließen. Wenn Sie neue Spiele probiert haben, teilen Sie uns Ihren Eindruck auf einem Formular mit, das Sie bei uns auf dem Stand erhalten. Damit wir möglichst aussagekräftige Noten erhalten, wird es dieses Jahr wieder persönliche Ausweise geben. Unsere Abonnenten haben ihre Ausweise (incl. zwei weiterer Ausweise) bereits erhalten. Am Stand selbst gibt es 200 weitere Ausweise für die Besucher der Messe. So stellen wir eine gewisse Qualität bei leistbarem Aufwand sicher.

Wir benutzen die alteingeführten Schulnoten (1 = Sehr gut; 2 = Gut; 3 = Befriedigend; 4 = Ausreichend; 5 = Mangelhaft; 6 = Ungenügend) als Bewertungssystem. Weitere Abstufungen, werden nicht berücksichtigen.

Bewertungshilfe

Rückblickend auf unsere letzten Scout Aktionen ist festzustellen, dass die Scoutnoten häufig positiver waren, als die Ergebnisse der anschließenden, ausführlichen Spieltests. Dies liegt nach unserer Ansicht daran, dass die Note 3 häufig schon als negative Bewertung angesehen wird. Wer sich bei einem Spieltest also ganz angenehm unterhalten fühlte, vergab so oft die Note 2. Dabei wäre die Note 3 doch die zutreffende Bewertung für ein befriedigendes Spielerlebnis. Für die Bewertung „Gut“ muss ein Spiel doch etwas mehr bieten. Und die Wertung „Sehr gut“ sollte ausschließlich für die spielerischen Überflieger reserviert bleiben.

Wichtig

Unsere Noten sind das Ergebnis eines ersten spielerischen Eindrucks und somit keinesfalls als endgültige Bewertung einer Spieleneuheit zu verstehen. Somit können unsere Noten auch nicht mehr als ein Hinweis auf die möglichen Qualitäten eines Spiels sein.

Samstag, 18. Oktober 2008

Fairplay-Jahresbilanz

mit
Arne Claussen (ac)
Wolfgang Friebe (wf)
Dieter Niehoff (dn)
Kathrin Nos (kn)
Harald Schrapers (hs)
Peter Zanow (pz)


siehe: „Die große Fairplay-Diskussion“ in Heft 85



Freitag, 17. Oktober 2008

Bestes Kartenspiel 2008

À la carte-Expertenbefragung

RACE FOR THE GALAXY
von Tom Lehmann

Abacusspiele

2. WIE VERHEXT von Andreas Pelikan Alea Ravensburger
3. FILOU von Friedemann Friese 2F
4. KAKERLAKENSALAT von Jacques Zeimet Drei Magier
5. ZUG UM ZUG KARTENSPIEL von Alan R. Moon Days of Wonder
6. PALASTGEFLÜSTER von Michael Rieneck Adlung
7. HANDELSFÜRSTEN von Reiner Knizia Pegasus
8. PINGU-PARTY von Reiner Knizia Amigo
9. ZIEGEN KRIEGEN von Günter Burkhardt Amigo

Tom Lehmann hat mit seinem RACE FOR THE GALAXY den von der FAIRPLAY verliehenen À la carte-Preis für das beste Kartenspiel 2008 gewonnen. Ursprünglich ist dieses Weltraumspiel bei dem US-Verlag Rio Grande erschienen, inzwischen hat Abacus eine komplett ins Deutsche übersetzte Ausgabe herausgegeben. RACE FOR THE GALAXY hat im Spielablauf unverkennbare Ähnlichkeiten mit den Kartenspiel SAN JUAN (À-la-carte-Sieger 2004), ist jedoch komplexer.
RACE FOR THE GALAXY konnte sich mit einem dünnen Vorsprung gegen WIE VERHEXT durchsetzen. Während das galaktische Rennen 114 Punkte erreichte, schaffte Aleas Zauberer- und Hexenspiel 103 Punkte.
FILOU errang mit 57 Punkten knapp den Bronzeplatz, KAKERLAKENSALAT kam auf 53 Punkte. Alle weiteren Spiele sind abgeschlagen.
Wie in jedem Jahr hatten für den Kartenspielpreis etwa 30 Expertinnen und Experten ihr Votum abgegeben. Die Preisübergabe an RACE FOR THE GALAXY findet im Rahmen der Essener Spiel ’08 statt.

>> À la carte 1991–2007

Montag, 6. Oktober 2008

Fairplay 85 · Oktober–Dezember 2008

Die Fairplay Nr. 85 erscheint zur Essener Spiel ’08 am Samstag, den 18. Oktober 2008.

Der Inhalt

Vorschau Die Neuheiten der Essener Spieletage
Eine Jahresbilanz Die große Fairplay-Diskussion: vier Leute, vier Meinungen
Kolumne brettspielwelt.de: Spielen in virtuellen Sphären
Spieletagebuch Innovationen
Rückblick Fairplay Nr. 5
Wiederspielen 1996 – Top Race
Verlagsportrait Winning Moves
à la carte Kartenspielpreis 2008

Spielekritiken

Batavia Queen
Dust Fantasy Flight
Fauna Huch & friends
Globalissimo Kosmos
Die Hängenden Gärten Hans im Glück
Ice Flow Ludorum
Nofretete Matagot
Robotics Pegasus
Senji Asmodée
Tinners’ Trail Treefrog
World of Warcraft Abenteuerspiel Fantasy Flight

Fast Food
Big Points Schmidt
Finito Schmidt
Sushizock im Gockelwok Zoch

Kartenspiele
7 Nürnberger
Beim Jupiter Kosmos
Level 8 Piatnik
Tenakee Amigo
Zoff am Herd Nürnberger

Zwei-Personen-Spiele
Burgen Land Schmidt
Shanghaien Abacus
Ubongo – Das Duell Kosmos

Kinderspiele
Capt’n Sharky – Abenteuer auf der Schatzinsel Spiegelburg
Curli Kuller Selecta
Didi Dotter Zoch
Fluss der Drachen Kosmos
Geisterjäger Haba
Kleiner Teddy Haba
Rattle Snake Nexus

Dienstag, 30. September 2008

A la carte 2008 - Ergebnis der Publikumsstimme

Die Fairplay-(Blog-)Leser haben abgestimmt. Ihr Votum für à la Carte ergänzt die Expertenmeinung und geht in einem engen Kopf-an-Kopf-Rennen an WIE VERHEXT. Die Stimmverteilung auf den ersten fünf Plätze sieht wie folgt aus:

38 Stimmen an WIE VERHEXT!
35 Stimmen an RACE FOR THE GALAXY
30 Stimmen an KAKERLAKENSALAT
29 Stimmen an FILOU
22 Stimmen an BEIM JUPITER


Der sechste Platz (Pingu-Party) erhielt noch 12 der insgesamt 196 abgegebenen Stimmen. Wir danken allen, die gewählt haben.

Dieses Ergebnis fließt mit einer Stimme in die Abstimmung ein. Zum Vergleich: Die befragten Experten vergeben für maximal fünf Kartenspiele 7,5,3,2,1 Punkte. Die Gesamtauswertung und Bekanntgabe des Preisträgers erscheint in der kommenden Fairplay 85, die noch vor der Spiel '08 erscheint.

Dienstag, 2. September 2008

A la Carte 2008

Jedes Jahr stimmen unsere Experten über das "Beste Kartenspiel" ab. Die Abstimmung läuft bis zum 26.09.08.

Zum Vergleich kann hier jeder seinen Tipp abgeben. Wir wollen doch mal sehen, ob die Expertenmeinung der Spielermeinung entspricht. Die Wertung in dieser Online-Umfrage ist deutlich einfacher. Die Experten können für maximal fünf Kartenspiele 7,5,3,2,1 Punkte vergeben. Hier gibt es nur eine Stimme.

Die Auflistung der Kartenspiele ist sicherlich nicht vollständig. Ein Problem ist immer wieder die Abgrenzung zwischen Karten- und Brettspiel. Die Grenzen sind manchmal fließend.


A la Carte 2008
Was ist das beste Kartenspiel?
24
Animalia
Beim Jupiter
Cin-Cin
Die Wiege der Renaissance
DINGsdaBUMMsda
Durchblick
Fackel+Keule
Filou
Hai-Alarm!
Handelsfürsten
Kakerlakensalat
Kalter Krieg
Krallen und Fallen
Palastgeflüster
Phase 10 Master
Pingu-Party
Quest for the Princess
Quick
Race for the Galaxy
Ramses
Scandaroon
Wie verhext!
Ziegen kriegen
Zug um Zug - Das Kartenspiel

Sonntag, 24. August 2008

„Herr Doktor, bitte vergessen Sie Ihre Kekse nicht“

Neben der sich anschließenden Rezension bieten wir unseren Lesern hier die nicht autorisierte Abschrift eines Tondokuments, das uns vor einigen Tagen erreichte. Der Herausgeber der FAIRPLAY ist der Meinung, dass es unsere journalistische Pflicht sein muss, den Lesern schonungslos die Praktiken …. Aber lesen Sie selbst. Wir befinden uns in der Vorstandetage eines bedeutenden schwäbischen Spieleverlages.

Leider konnten wir auf dem Band nur die Beiträge des Vorstandsvorsitzenden und nicht die des Gastes identifizieren. Hier erfahren Sie mehr ...

(Aufgeschrieben von Dieter Niehoff, ursprünglich in Heft 84 veröffentlicht)

Sonntag, 27. Juli 2008

Spurensuche: Rudi Hoffmann

Am 18. Juli ist Rudi Hoffmann im Alter von 83 Jahren verstorben. Es ist zwar schon etwas her, dass Rudi Hoffmann mit seinen Spielen die Welt bereicherte, aber viele seiner Spiele haben Spuren hinterlassen. CAFE INTERNATIONAL als Spiel des Jahres und neuerdings sein altes MAESTRO, jetzt LITTLE AMADEUS, dürften aktuell noch in jedermanns Gedächtnis sein. Sein Werk ist umfangreich und besonders seine Grafiken verdienen Erinnerung und Anerkennung. Die knuddeligen Männchen, die eher einfachen, dafür umso eingängigeren Spiele, all dies begründete seinen ausgezeichneten Ruf. Auf einem Sammlertreffen bei den Spieltagen in Essen wurde sein Werk umfassend gewürdigt. Zwei Spiele, die ich vor allem mit Rudi Hoffmann verbinde, sind allerdings nie wirklich nachhaltig in die Welt der Spieler eingedrungen. Schade eigentlich, denn sein SCHÜTZENFEST und auch sein SILBERDOLLAR kommen in meinen Spielrunden immer noch gerne auf den Tisch. Beides sind wunderbare Kartenspiele, schnell erklärt und auch schnell gespielt.

Unser Beileid gilt seiner Frau und seinen beiden Kindern.

SCHÜTZENFEST


Dass dieses Spiel in erster Linie wegen seiner Grafik und seines Themas bei uns so lange überlebte, wurde mir erst klar, als F.X. Schmid dieses Spiel mit Lehrerthema als HALLO PAUKER! neu veröffentlichte. Es machte einfach keinen Spaß. Nur mit den Schützen auf die Scheiben zu schießen, einen Blattschuss zu landen, das ist der Witz bei diesem Spiel. Und es ist ultraeinfach, denn die einzige „Schwierigkeit“ besteht darin, nachzuhalten wie viele Zehnerkarten schon aus dem Spiel sind. Der kleinste Kartenwert ist wichtig, denn man darf stückeln ... und kann nur mit einer 10 und einer 30 eine 40er-Scheibe „erlegen“.
Die oberste Scheibenkarte wird aufgedeckt, deren Werte schwanken zwischen 10 und 100. Eine wertvolle 100 kann man stückeln, aber nur die 10 passt eben zur 10. Oder man schießt an und überlässt dem nächsten Spieler den Schuss auf die Scheibe. Hat er noch den geforderten Wert oder nicht? Wer nicht mehr bedienen kann, ist raus und erhält zu seinen Pluspunkten („erlegte“ Scheiben) so viele Minuspunkte wie er Schützenkarten auf der Hand hat. Timing ist alles, und natürlich Kartenglück. Mit den beiden 100er-Schützen und sonst kaum 10ern kommt man nicht weit, Minuspunkte (sehr viele!) sind dann vorprogrammiert. Macht aber gar nix, in der nächsten Runde kann man sich ja wieder verbessern ... oder auch nicht. Dieses kleine feine SCHÜTZENFEST hat all die Jahre überlebt und ist mir das liebste aller Rudi Hoffmann Spiele.

SILBER DOLLAR

Ich spiele ja kein SKAT – mangels Mitspielern und weil SKAT eines dieser einmaligen Spiele ist. Man spielt SKAT und auf gar keinen Fall noch etwas anderes. So wie man SCHACH, GO oder auch DOPPELKOPF alleinig spielt.
Da kommt mir SILBER DOLLAR mit Westernthema gerade recht. Dieses Stichspiel funktioniert wie SKAT, allerdings ohne Reizen. Wer immer die Karte mit dem Silberdollar in seinem Blatt findet, spielt allein gegen die beiden anderen. Ist er im Stock, spielt jeder gegen jeden.
Entweder „drüber“ – mit den hohen Karten – oder „drunter“ – mit den niedrigen Karten als beste Karten. Vorab nimmt der Silberdollar-Spieler allerdings noch zwei Karten vom Stock auf und drückt auch wieder zwei unbrauchbare weg. Der Silberdollar ist in jedem Fall die beste Karte, damit macht man immer einen Stich. Von der hohen 7 (der Govenor) ist nur eine Karte im Spiel, von den Pistoleros mit dem Wert eins hingegen sieben. Diese ungleiche Kartenverteilung macht SILBER DOLLAR etwas tricky, zumal man wie bei DOPPELKOPF noch eine Karte – Jesse James (Wert 3) – durchbringen sollte. Jesse James zählt nämlich wie der Silberdollar satte 10 Punkte. Das Spiel ist trotz aller Einfachheit nicht ohne, was irgendwie typisch für Rudi Hoffmanns Spiele ist. Erst wenn man mal „drunter“ gespielt hat, weiß man um den Reiz von SILBER DOLLAR.

SCHÜTZENFEST für 3 oder 4 Personen von Pelikan,1975
SILBER DOLLAR für 3 Personen von Berliner Spielkarten, das Erscheinungsjahr wird verschwiegen, liegt aber bestimmt in den Siebzigern

Mittwoch, 9. Juli 2008

Fairplay 84 · Juli–September 2008

Die Fairplay Nr. 84 erscheint am Samstag, 12. Juli 2008.

Der Inhalt

Spiel des Jahres Knizia siegt doppelt … und verpasst den Tag seines Lebens

Spielertagebuch Spiele Vergleichsweise(n)

Rückblick Fairplay Nr. 4

Wiederspielen 1994 – Kaleidos

Wir über uns Peter Zanow

Spielekritiken

Anno 1701 Kosmos
Blox Ravensburger
Cartagena Goldinsel Winning Moves
Change Horses Eggert
Dino Detektive Amigo
Graffiti Huch & Friends
Indiana Jones Clementoni
Keltis Kosmos
Metropolys Ystari
Race for the Galaxy Abacus
Stone Age Hans im Glück
Suleika Zoch
Tammany Hall Stratamax
Toledo Kosmos
Vineta Winning Moves
Warrior Knights Fantasy Flight
Wie verhext Alea
Zug um Zug Kartenspiel Days of Wonder

Fast Food
Aquaretto Abacus
Days of the Fox Fantasy Flight
Drachen Wurf Schmidt
Länderkenner Kallmeyer

Kartenspiele
My Friends Tigger & Pooh Cartamundi
Quick Kosmos

Dienstag, 1. Juli 2008

Harald Schrapers in der Jury "Kinderspiel des Jahres"

Die ganze Spieleszene schaut auf KELTIS und WER WAR'S. Die ganze? Nein, eine kleine Randnotiz lenkt die Aufmerksamkeit seiner FAIRPLAY-Kollegen auf eine andere Nachricht: Harald Schrapers nimmt im Beirat der Jury "Kinderspiel des Jahres" den Platz von Andrea Bischhoff ein. Diese verlässt den Beirat nach der regulären Zeit von drei Jahren.
Müssen wir Fairplayer uns jetzt Sorgen um Harald machen? Ist die FAIRPLAY etwa allen entgegengesetzten Anstrengungen zum Trotz hoffähig geworden?! Nein, es ist wohl mehr das Ergebnis jahrelangen, kompetenten Engagements in diesem Bereich. Haralds SPIELPLATZ mit Besprechungen von Kinderspielen hat seit vielen Ausgaben seinen Stammplatz in der FAIRPLAY. Zwei eigene Kinder sorgen für Testpublikum im eigenen Hause. Das sind beste Voraussetzungen. Herzlichen Glückwunsch, Harald!

Udo tickt die News

Wie sieht eine Live-Ticker auf der anderen Seite aus? So wie der Ex-Fairplayer Udo Bartsch. Hier beginnt er gerade seine Arbeit um 10:11 mit einem „Hallo und herzlich willkommen“. Als Jury-Neuling darf er der gespannten Spieleszene via Internet den Sieger des bedeutendsten Spielepreises der Welt brühwarm mitteilen. Noch weiß Udo Bartsch selbst nicht, welches Spiel gewinnen wird. Auch er hat seine Stimme geheim abgegeben – das Ergebnis wartet in einem verschlossenen Umschlag. Zwanzig Minuten später beginnt die Pressekonferenz.

Um 10:45 schreibt Bartsch, dass Reiner Knizias WER WAR’S? den Kinderspiele-Preis gewonnen habe. Ab jetzt wird die Veranstaltung ein klein wenig verlangsamt, in der Hoffnung, dass Knizia selbst es womöglich noch schaffen könnte, rechtszeitig bis zum Ende der Pressekonferenz anzukommen. Dass dies doppelt wichtig ist, wissen zu diesem Zeitpunkt weder Udo Bartsch noch die anderen Juroren.

Um 11:05 notiert Bartsch die zweifache Knizia-Überraschung: „Das Spiel des Jahres ist KELTIS.“ Schon eine Minute vorher habe Jury-Sprecher Ducksch gesagt, dass es eine der spannendsten Wahlen jemals gewesen sei. Ob auch Udo Bartsch überrascht ist, lässt er sich im Live-Ticker nicht anmerken. Er verabschiedet sich um 11:12 und beendet damit sein erstes Jahr in der Jury.

Montag, 30. Juni 2008

Knizia verpasst das Spiel des Jahres

Reiner Knizia hat den womöglich größten Tag seines Lebens verpasst. Jahrzehntelang war es ihm, trotz häufiger Favoritenrolle, nicht gelungen, die Spiel-des-Jahres-Auszeichnung zu erringen. Dann klappt es auf einen Schlag gleich zweimal: Nicht nur sein KELTIS, sondern auch das Kinderspiel des Jahres WER WAR’S? bekommen den wichtigsten Spielepreis der Welt. Und Knizia steckt auf der Rückreise von einer Veranstaltung in Illinois auf dem Flughafen von Washington fest. Stattdessen dürfen sich die Verlagsgeschäftsführer von Kosmos und Ravensburger über die Lobeshymnen der Jury auf der Pressekonferenz in Berlin freuen.

Wobei die Auszeichnung für KELTIS tatsächlich eine handfeste Überraschung war, mit der die wenigsten gerechnet haben. Selbst manche Jurymitglieder schienen von dem in geheimer Wahl ermittelten Sieger überrascht. Allerdings war die Spitze des Spielejahrgangs auch sehr breit – ein zwingendes Highlight, das als eindeutiger Favorit für das Spiel des Jahres galt, fehlte. Der zwischenzeitliche Favorit STONE AGE wurde schließlich doch mehrheitlich als zu wenig zugänglich erkannt, und scheiterte. Auch WIE VERHEXT spielte zwar schön, aber nicht effektiv genug. Und SULEIKA war thematisch absurd und zu seicht. So blieb am Ende womöglich nur noch das mit einer Außenseiterchance gestartete BLOX. Doch dann lieber KELTIS …

(Foto: Jury-Chef Stefan Ducksch und Kosmos-Geschäftsführer Axel Meffert, der ein erstes Interview gibt.)

Einen ausführlichen Kommentar zur Spiel-des-Jahres-Preisverleihung finden Sie in der FAIRPLAY 84, die am 12. Juli erscheinen wird.

Sonntag, 22. Juni 2008

Kakerlakensalat, die zweite

Bonjour, mesdames et messieurs! Isch eiße sie erzlich willkommen in meinem Kochstudio. eute werden wir einen schmackhaften salade cafard, einen KAKERLAKENSALAT, zubereiten. Dazu benötigen wir einfach eine kleine Kiste mit 128 Karten darin. Auf diesen Karten sehen Sie die Zutaten für unseren grandiosen Salade: Paprika, Salat, Tomate, Blumenkohl und Kakerlaken. Diese teilen wir schön gleichmäßig unter den diversen Köchen auf (2–6 an der Zahl). Nun nimmt jeder seinen verdeckten Stapel und deckt nacheinander eine Karte auf und benennt die Zutat, die er unseren errlichen Salade hinzufügt. Allerdings möchten wir natürlisch einen richtig schönen gemischten Salade aben, daher wollen wir keine Zutat doppelt aben. Falls jemand doch eine Tomate zu einer Tomate legt, muss er sich mit einer klitzekleinen Notlüge beelfen und beauptet, dies ist eine Paprika. Nun darf der nächste Koch keinesfalls eine Paprika erwähnen. Sie sollten auch nischt zu langsam den Salade zubereiten, der Frische wegen. Sollte jemand zögern, etwas Falsches sagen, rumdrucksen, wird das mit Aufnehmen aller Zutaten des Salades bestraft und wir beginnen wieder unseren deliziösen Salade fertig zu stellen. Wer zuerst alle seine Zutaten los ist, wird zum Maitre de cuisine für einen Abend ernannt. Da aben wir doch glatt die cafards vergessen, die Kakerlaken. Unser Salade soll ja proteinreich werden. Wenn Sie solsch eine Karte aufdecken, dürfen Sie die abgebildete Zutat nischt mehr erwähnen, bis eine neue Kakerlakenkarte erscheint, c'est ca.
Mir at das Zubereiten dieses Salades sehr viel Spaß bereitet, und wer glaubt, Übung macht den Meister, at recht. Aber dann spielen Sie es einfach auf Französisch oder Englisch.

KAKERLAKENSALAT von Jacques Zeimet für 2–6 Spieler, Drei Magier 2007

Sonntag, 1. Juni 2008

Fünf mal nominiert: Spiel des Jahres 08

Die Jury hat nominiert. Fünf Spiele, allesamt im Frühjahr anlässlich der Nürnberger Spielwarenmesse erschienen, sind es geworden – und der Streit, ob es die richtigen sind, bleibt aus. Denn dem Spielejahrgang fehlen die zwingenden Highlights, die man unbedingt auf einer Nominierungsliste sehen möchte (Ausnahme: STONE AGE).

Die Hits der Essener Spiel ’07 erscheinen zumeist zu komplex, um ein breiteres Publikum erreichen zu können. Zumal sich die Jury bei dem Überflieger AGRICOLA geschickt aus der Affäre gezogen hat. Nach CAYLUS wird zum zweiten Mal ein Sonderpreis Komplexes Spiel verliehen.

Außerdem wurden mit GALAXY TRUCKER und IM JAHR DES DRACHEN zwei weitere überdurchschnittlich anspruchsvolle Titel mit einem Platz auf der Empfehlungsliste bedacht. Hingegen fehlt TRIBUN, der Sieger der FAIRPLAY-Scout-Aktion.

Auf der anderen Seite des Spektrums wurden zwei Kinder-Kartenspiele mit einem Platz auf der Erwachsenen-Empfehlungsliste geadelt: Der FAIRPLAY-Liebling KAKERLAKENSALAT und PINGU PARTY.

Die fünf Nominierungen der Spiel-des-Jahres-Jury im Einzelnen:

SULEIKA ist bildhübsch anzuschauen und bietet den leichtesten Einstieg. Wenn die Jury nur auf hohe Umsatzzahlen spekulieren würde, wäre die Entscheidung klar. Nachteil: Für langfristigen Spielspaß an langen Abenden ist der spielerische Gehalt zu dünn.

KELTIS ist ein einfaches Kartenspiel mit raffinierter Brettspielergänzung, ist locker zu spielen und schon nach einer halben Stunde zu Ende. Nachteil: Es ist ein abstraktes Spiel.

BLOX. Nachteil: das Spiel ist noch abstrakter. Ansonsten ist es ein interessantes Spiel, bei dem taktischer Tiefgang gegenüber dem Kartenglück überwiegt.

WIE VERHEXT ist ein ungewöhnliches Kartenspiel, interaktiv und mit Ärgerpotenzial. Nachteil: die teils längeren Kartentexte erschweren die Zugänglichkeit. Was für das Spiel spricht: Endlich würde mal ein Kartenspiel prämiert. Und Alea sowie Redakteur Stefan Brück hätten es wahrlich verdient.

STONE AGE ist zweifelsohne ein gutes Spiel, das sowohl grafisch als auch im Ablauf an DIE SÄULEN DER ERDE erinnert. Nachteil: Acht Seiten Regel und die anfangs zweistündige Spieldauer stellen für unerfahrene Spielerinnen und Spieler eine hohe Hürde da.

Am 30. Juni wird der Sieger aus diesen fünf Nominierungen in Berlin bekannt gegeben.

Eingehende Rezensionen aller fünf Spiele finden sich in der FAIRPLAY 84, die am 12. Juli erscheinen wird.

Sonntag, 25. Mai 2008

Die Beiträge des Vorstandsvorsitzenden

Ja bitte? – Ah, guten Tag Herr Doktor! Wie geht es Ihnen? (Pause) Gut, dass wir uns jetzt endlich einmal persönlich … Ich wollte Sie eigentlich schon immer mal hier bei uns …. Aber Sie wissen ja, wie das ist (Gelächter). Nun jedenfalls, schön, dass Sie Zeit gefunden haben. … Man hat mir gesagt, Sie seien gestern erst von Ihrer Reise nach Schottland zurück …. Wie war es auf der Insel? – Schön … Einen Kaffee? Oder Tee? Hier, darf ich Ihnen dieses englische Gebäck …, das müssen Sie mal probieren. Fantastisch. Hat ein königliches Wappen hinten drauf. Schauen Sie mal (Geraschel). Kommt aus Windsor. Kennen Sie ja bestimmt noch aus den alten Tagen, nicht wahr? Gelächter) – Schön. Also Tee mit Milch und ohne Zucker. Ich sage mal eben meiner Sekretärin, dass Sie uns …. Frau Kruse, (kurze Pause) : Ja also zweimalTeemitMilcheinmalmiteinmalohneZucker … (Pause) Ja, genau. ..Danke. – „Wo waren wir doch gleich? – Also Ich habe Sie hierher gebeten um mit Ihnen über etwas Neues, Innovatives wie wir hier zu sagen pflegen (Gelächter) … Nun ja, eben ein neues Projekt anzugehen. Und da haben wir zunächst einmal an Sie gedacht. Was halten Sie davon, wenn Sie uns mal ein Spiel des Jahres erfinden würden? – Wie? Kein besonderes Interesse? – Aber Herr Doktor, ohne diese Ehrung ist ihr Gesamtwerk doch … nun ja, unvollständig. – Ach, früher da wollten sie wohl, jetzt aber hätten Sie die Lust daran verloren? – Dabei habe ich gedacht, dass jeder Spieleerfinder doch gerne mal das Spiel des Jahres …. Wie? Das hat für Sie keine Bedeutung? –„Ach so, Früher wohl, jetzt nicht mehr. – (Deutliches Ausatmen) Das ist nun aber Schade, denn Ich wollte zunächst Sie fragen, bevor ich mich an den Herrn Dingsda, na, wie heißt er noch gerade…. Genau, der Herr Teu… - Ach, sie könnten sich vorstellen, es doch einmal in Erwägung zu ziehen? Nun, das freut mich aber. Sie wollen sich also mal anhören, was wir uns hier ….. (Geraschel mit Papier) Aber bitte, aber gern. – Nun, Herr Teu …., `tschuldigung, ich meine Herr Doktor, wir hatten uns das so gedacht. … – Warten Sie mal (Geraschel) einen …. Moment… Hier … irgendwo … unter diesen Papieren hier … (Geraschel), da … ist … doch … die … Zusammenfassung …. von … meiner … Entwicklungsabteilung …. (zieh) …. Ah, da ist es ja. – Also, wir haben uns da Folgendes gedacht. Zunächst brauchen wir mal eine schöne Verpackung. Schön groß, aber nicht zu groß. Irgendwie vertraut halt ….– Wie bitte? … Richtig. Auch wir dachten da sofort an diese berühmte quadratische Größe. – Und als Farbe, da haben wir uns ein Grün gedacht, dass …. – Bitte? Grün war schon im letzten Jahr ein Spiel des Jahres? - Sind Sie sich da sicher? Aber meine Entwicklungsabteilung, die hat doch ….. – Ach, warten Sie Herr Doktor. Stimmt. Die schreiben hier was … (Gemurmel) ich lese Ihnen das alles Mal vor: Ein etwas grelleres Grün als das Grün im letzten Jahr würde die Chancen erhöhen und …. Aber das ist jetzt nicht so interessant. … – Jedenfalls grün sollte es sein. Und dazu einen Klecks in Terrakotta im Titel. – Wie bitte? (Pause) … Richtig, ganz meine Meinung. … Terrakotta ist unheimlich angesagt. Hier schauen Sie mal (Ein Stuhl wird gerückt) Herr Doktor, … meine neuen Schuhe hier. Nein, nicht grün (Gelächter) …. aber ganz in Terrakotta. – Aha, Sie tragen also englische Schuhe. – ….von einem Schuhmacher in London …..so, so. – Interessant, und wie zufrieden sind sie mit ihm? – Schön. … Aber noch einmal hier zu der Sache mit unserem Spiel in grün. Wir dachten da an einen unverfänglichen, zeitlosen und irgendwie geschichtsträchtigen Titel. Also meine Entwicklungsabteilung schreibt dazu …. Warten Sie mal…. (viel Geraschel)… Also, hier steht: In den letzten Jahren lief die Strategie unseres Hauses gegenläufig zu den herrschenden Marktbedingungen. Unsere Spiele sind den Marktzyklen in der Regel einen Schritt voraus, wir sind meistens am vorderen Ende der Marktdynamik erfolgreicher als am hinteren. – Vorne erfolgreicher als hinten? (Gelächter) … Erstaunlich, was unsere hoch bezahlten Analysten so alles wissen. … Und dann steht hier noch … Warten Sie, ich lese mal weiter vor …. Auf kurze Sicht können die Neuheiten – vor allem wenn wir einem Markttrend folgen, der die Transaktionen im zyklischen Bereich in ihrer Endphase auf ein exzessives Bewertungsniveau getrieben hat – unter diesem Prozess leiden. – (Pause)

Ah … ja. So ist das also. – Haben Sie sich das auch schon so gedacht Herr Doktor? (Pause) Diese Experten haben hier übrigens noch ein paar Namensvorschläge für das Spiel des Jahres … und die fangen alle mit einem K an. … Das ist ja interessant. Hier steht … (Geraschel) …, das habe ich aus einem Gutachten unseres Verlagspsycholgen. Einganz erstaunlicher Mann übrigens. Der hatte damals die Idee mit dem großen Sonnenuntergang bei diesem roten Spiel. Na, ich komme jetzt nicht auf den Namen …. Na, Sie wissen schon, dieses Dingsspiel das wir jetzt lieber mit Plastik als mit Holz …. Na, jedenfalls schreibt unser Psychologe: … da im Jahr 2008 das „ große K“ die Auszeichnung zum Buchstaben des Jahres bekommen wird, wäre es gut, wenn auch unser Spiel mit einem „K“ beginnen… – Was meinen Sie, Herr Doktor? (Pause) Ja, das mag wohl so sein, dass im letzten Jahr das „große Z“ Buchstabe des Jahres geworden ist. Warum? … Ist das interessant? Ach wirklich? Das Spiel des Jahres 2007 fing mit einem „großen Z“ an? Was war es denn: Zecke? Zaunkönige? Zampano? Oder Zaziki oder (Gelächter) Zimtschnecke? …. Aber Spass beiseite. Jedenfalls wären wir mit einem „K“ doch schon mal ganz weit vorne. – Und unser Psychologe meint, das wir unbedingt einen internationalen Titel wählen sollten weil …. – Ach, Sie interessieren sich für die Titelvorschläge? – Aber bitte , aber gern. Hier wird vorgeschlagen: „Korinth“ …. Aber das scheint doch eher was für die Wahl zur Backware des Jahres zu sein, oder(lautes Gelächter) …. Dann haben die noch „Krypta“ vorgeschlagen. – Was halten Sie davon? (Pause) – Nein, da bin ich durchaus Ihrer Meinung Herr Doktor. Da haben Sie Recht. Mit der ganzen christlichen Symbolik kann man schnell einmal in ein Fettnäpfchen treten. – Hier stehen noch „Kurtisane“, „Kyudo“, „Kalyptra“, „Kawja“, „“Karma“, „Kikumon“, „Klüver“ … Also, Sie sagen einfach mal Stop, wenn Ihnen was gefällt Herr Doktor …. (Gelächter) …. „“Kathakali“, „Keltis“ …. Was? Keltis finden Sie interessant? … Na prima. Ich notiere das schon mal. K ..E..L..T..I..S... (Pause). Ist das nicht ein Bier ohne Umdrehungen (Gelächter) Nein? Das ist was Britisches? So, so …. Dann könnte das doch erst recht was für Sie sein, oder? (Pause) – Und ich könnte mir auch gut vorstellen, das ein oder zwei kleine Forschungsreisen ….. sozusagen auf den Spuren der alten Kelten (Gelächter)…. Nun, wenn Sie den Auftrag doch annehmen würden, dann könnten Sie das gerne mal machen. – Wie das dann mit Spesen sei, wollen Sie wissen Herr Doktor? Ach, da lässt sich bestimmt was machen (leises Gelächter). – Wunderbar, ganz wunderbar. Ich lass dann mal von Frau Kruse unseren Standardvertrag fertigmachen. –„Die Kekse? Aber natürlich. Könnern sie gerne mitnehmen. ….. Ah, Frau Kruse ….. Danke für den Vertrag …. Ja, auf beiden Seiten unterschreiben lassen. ….Frau Kruse, bitte seien Sie doch so nett und packen Sie dem Herrn Doktor noch ein paar von diesen Keksen hier …. ja genau. Danke Frau Kruse. – Nun, Herr Doktor, das freut mich dann aber doch sehr, das nun Sie und nicht der Herr … na, jetzt habe ich den Namen doch schon wieder vergessen …. egal. – Schön. Geben Sie uns dann doch bitte Bescheid sobald Sie das Spiel des Jahres fertig ….. oder haben Sie sonst noch Fragen? Ist noch was unklar? – Wie das Spiel gehen soll, wollen Sie wissen? Na, da sind doch Sie und nicht ich der Experte, nicht wahr (lautes Gelächter). Na, irgendwas halt. Mit Würfel oder mit Spielgeld oder mit diesen sechseckigen kleinen …… pardon? Das würde Ihnen eher nicht zusagen? …. Nein, nein, nein. Das macht doch nichts. Dann eben irgendwie anders. Sie wollen lieber etwas mit Spielkarten? Ja gerne, aber ein schöner Plan zum falten, der sollte schon noch die Schachtel etwas schwerer …. Und Steine wollen Sie dabeihaben? Ach so, mit Spielsteinen. Ich befürchtete schon, dass Sie Kieselsteine … (Gelächter). Also die Spielsteine alle auf die Karten aufgemalt. Eine ganz ausgezeichnete Idee. Machen Sie das. (Pause) Ganz prima. – Ich merke schon, das wird was mit …. (Pause. Geraschel) … „Keltis“. Und, Herr Doktor, vergessen Sie nicht Ihre Kekse hier … (Rauschen).


An dieser Stelle endet die Aufzeichnung. (Aufgeschrieben von Dieter Niehoff)

Mittwoch, 7. Mai 2008

Kakerlakensalat

„Paprika, Tomate, Salat, Blumenkohl.“ So rufen die Spieler bei dem Spiel. Was sich so anhört wie eine Kampagne gegen ungesunde Ernährung wird manchmal jedoch durch den Ruf „Kakerlake“ unterbrochen.
Jeder Spieler hat einen gleich hohen Stapel an weitgehend gesundem Gemüse vor sich liegen. Reihum muss man immer seine oberste Karte aufdecken und diese Karte mit dem korrekten Ruf auf den Ablagestapel werfen. Und das möglichst schnell, denn die Bedenkzeit dauert maximal drei Sekunden.
Bedenkzeit? So schwer ist es doch gar nicht, eine Tomatenkarte abzulegen und dabei „Tomate“ zu rufen. Das stimmt. Aber wenn oben auf dem Ablagestapel bereits eine Tomate liegt, dann ist es verboten, „Tomate“ zu sagen. Dann muss ich beispielsweise „Salat“ sagen. Für meinen Nachfolger ist das jetzt schon doppelt kompliziert: Er darf auf keinen Fall „Tomate“ und auch nicht „Salat“ rufen.
Sobald die erste Kakerlakenkarte ins Spiel kommt, wird das ganze noch mal verschärft. Dann ist das Gemüse auf dieser Karte immer Tabu. Da bleibt manchmal nur noch genau eine Gemüsesorte, die genannt werden darf. Und da kommt der eine oder andere Mitspieler ein wenig ins Stottern – was sofort bestraft wird. Derjenige darf seinen Kartenstapel um die in der Tischmitte liegenden Karten ergänzen. Und da gewinnt, wer zuerst alle Karten abgelegt hat, weiß man, dass ein hoher Kartenstapel ziemlich ungünstig ist.
Außerdem darf man nie vergessen, dass man – falls möglich – die Wahrheit sagen muss. „Du sollst doch nicht lügen“, spotten die Mitspieler, wenn ich das nahe Liegende vergessen habe.
KAKERLAKENSALAT ist tolles flottes Kartenspiel, das überhaupt nicht so kindlich ist, wie es die Altersangabe „ab 6“ suggeriert. Sondern es ist ein vollwertiges Erwachsenenspiel, das manch Einen an den Rande seiner Konzentrationsfähigkeit bringt. Deswegen hat es gute Chancen auf den Deutschen Kinderspiele Preis – weil es das Kinderspiel ist, das Erwachsene am liebsten spielen.
Besonders gut spielt es sich in voller Sechs-Personen-Besetzung. Nur sollte man es nicht allzu oft spielen. Denn Übung kann schnell zu einer gewissen Langeweile führen. Schließlich muss auch mal ein Fehler gemacht werden.

KAKERLAKENSALAT von Jacques Zeimet für 2–6 Spieler, Drei Magier 2007
www.dreimagier.de

Wundersamer Kakerlakensalat

Es gibt Dinge, die sind schwerlich erklärbar. Warum interessiert sich die FAIRPLAY für das kleine KAKERLAKENSALAT mehr als für alle anderen Spiele? Diese Frage ist schwer zu beantworten. Ist es nur redaktionelle Schlamperei oder hat es einen tieferen Sinn?
Drei Autoren haben sich bislang des bei Drei Magier erschienenen Kartenspiels angenommen. Herbert Heller kommentierte in seiner Neuheitenvorstellung im Heft 82 die „fast unausweichlichen spielerischen Karriere eines niedlichen Haustieres“ mit den Worten „Jetzt haben wir den Salat“. Peter Neugebauer schrieb in seiner Rezension, dass das Spiel sowohl in Bierlaune als auch in geselliger Runde „sehr viel Spaß“ mache. Und in dem Messebericht der FAIRPLAY 83 gestand Andreas Mutschke, dass KAKERLAKENSALAT zwar ein witziges Reaktionsspiel, aber nichts für ihn sei.
Wir werden KAKERLAKENSALAT weiter im Auge behalten und hier in loser Folge noch die eine oder andere Besprechung dieses Spiels veröffentlichen. Damit wirklich jeder FAIRPLAY-Autor die Chance hat, sich zu diesem Spiel zu äußern … ;-)

Dienstag, 8. April 2008

Erratum. Alea kennt Brück

Kaum ist die neue FAIRPLAY erschienen, in der ich in meiner Kolumne beklage, dass viele Verlage die Namen ihrer Redakteure nicht auf den Spielen vermerken. Und einen Tag später bringt mir der Paketbote das neue Alea-Spiel WIE VERHEXT. Ich drehe das Spiel um und sehe:
„Realisation: Stefan Brück“. Der Spieleredakteur ist also tatsächlich auf der Schachtel angegeben, mit der wortgleichen Formulierung wie bei den Queen Games, bei denen Bernd Dietrich für die Spiele verantwortlich zeichnet. Bei Queen war mir das bekannt, bei Alea behaupte ich in meinem FAIRPLAY-Artikel das Gegenteil.

Schnell gehe ich an mein Spieleregal, um mir meine dekorativ aufrecht stehende Alea-Sammlung anzuschauen. Seit wann wird eigentlich Brücks Name auf den Schachteln vermerkt? NOTRE DAME – da steht er bereits drauf. PUERTO RICO – auch da steht „Stefan Brück“. Und RA, das Alea-Spiel mit der Nummer „1“? Auch da: „Realisation: Stefan Brück“. Und ich habe es immer übersehen. Sorry.

Mittwoch, 2. April 2008

Fairplay 83 · April–Juni 2008

Die Fairplay Nr. 83 erscheint am Samstag, 5. April 2008.

Der Inhalt

Messebericht Neuheiten der Spielwarenmesse 2008

Spielertagebuch Gelegenheitsspieler

Kolumne Spieleredakteure – Menschen im Schatten

Rückblick Fairplay Nr. 3

Wiederspielen 1993
– Modern Art

Wir über uns Kerstin Koch

Spielekritiken

Amyitis Ystari
Flinke Feger Pro Ludo
Gisborne Clementoni
Im Jahr des Drachen Alea
Jamaica Gameworks
Key Harvest R&D
Kingsburg Truant
Laborigines Czech Board Games
Linq BeWitched
Ming Dynastie Hans im Glück
Oregon Hans im Glück
Origins Sierra Madre
Saba Goldsieber
Tribun Heidelberger
Wiege der Renaissance DDD

Zwei-Personen-Spiele
A4 gewinnt Beuth
Pentago Kosmos
Perry Rhodan Kosmos
Tzaar Smart

Kartenspiele
Alles Tomate Zoch
Bello Adlung
Hai-Alarm Drei Magier
Handelsfürsten Pegasus
Phase 10 Master Ravensburger
Pingu-Party Amigo

Kinderspiele
Einfach genial Junior Kosmos
Siedler von Catan Junior Kosmos

Sonntag, 2. März 2008

Ein Rätsel

Welches Spiel wird gesucht?

Ich werde ihnen ein Spiel beschreiben und sie sollen herausfinden, worum es geht. Allerdings ist dies kein Preisausschreiben, dies wäre auch sehr unfair. Bereit?
Jeder Spieler bekommt ein Tableau. Auf der einen Seite finden vier Teile Platz, auf der Rückseite drei Teile. Durch einen Würfelwurf wird bestimmt, welche Teile sie nutzen dürfen, um die freie Fläche zu füllen. Erwähnte ich schon, dass die Zeit läuft? Richtig, sie spielen unter Zeitdruck. Wer zuerst fertig wird, hat eine bessere Option, dass sich seine Figur besser bewegt. Das Spiel ist für zwei und mehr Personen, ab acht Jahre und von Grzegorz Rejchtman.
Und? Haben Sie schon die Lösung? Aber sicher, werden sie denken. Es ist U… weiter >>

Sonntag, 24. Februar 2008

Eine schöne Übersetzung

Hätte ich nur nie dieses Buch in die Finger bekommen, ich hätte diese Regel völlig unvoreingenommen gelesen. Mich keinesfalls amüsiert. Leider ist es anders gekommen, dank der „Sprachpannen aus aller Welt.“ Diese Übelsetzungen sind wirklich zu köstlich. Gesammelt von deutschen Touristen und von Langenscheidt in ein Büchlein gepresst, animiert es zu mehr als nur zum Schmunzeln. Man betrachtet eigentümlich berührt die Schilder mit „Fernschprecher“ (Mallorca) oder „Die Grafik den Stege aufmachen für Fürstgänger in den Kruizen Schiffe Terminal“ (Litauen).
Da ist die Übersetzung von QUEST FOR THE PRINCESS aus dem Holländischen doch wesentlich besser gelungen. Man versteht, was gemeint ist, so wie man Rudi Carell gut verstanden hat. Einiges lässt einen doch befremdlich zurück: „Der Startspieler ist A. Er spielt eine Aktionskarte. Demnächst machen B und C das auch.“ ... wenn man Glück hat, in 20 Sekunden. Ein Regelfuchs wird sicher seine ganz eigene Interpretation von demnächst finden - in zwei Stunden, morgen, nächstes Jahr.
Und manches ist durchtränkt von tiefer Weisheit: „Glücklicherweise ist jeden Nachteil auch sein Vorteil.“ Tief im Inneren weiß das jeder Spieler, ist quasi in des Spielers Stammhirn implementiert. Aber nie wurde uns diese Weisheit so schön dargeboten. Und auch das echte Leben kann uns widerfahren: „Für die Endrangordnung gilt das nur ein lebender Spieler das Spiel kann gewinnen ...“ Eine Regel für tote Spieler findet man auch, die kommen ans hintere Ende der „Endrangordnung“ - der Endsieg ist aber für sie unerreichbar. Aber im Grunde geht es bei QUEST FOR THE PRINCESS nur um die wichtigste Nebensache der Welt: „Unsere Helden haben jetzt eine perfekte Möglichkeit, einen guten Eindruck auf der Prinzessin zu machen.“
Was das Spiel sonst zu bieten hat, wie es funktioniert und wie es ist, erfahren Sie bei den Montagsspielern.

QUEST FOR THE PRINCESS von Thomas Jansen für 3 bis 5 Personen, Elven Ear Games 2007

Dienstag, 5. Februar 2008

American Football, was’n das?

Auf den Spuren einer ungewöhnlichen Spielart!

Der Superbowl bleibt in der Familie. Der jüngere Manning ist dem älterem Bruder (letztes Jahr Gewinner mit den Indianapolis Colts) gefolgt und schlug Roboter Brady und seine Patriots 17:14. Nein, sie sind nicht auf der falschen Seite gelandet, obwohl FAIRPLAY bestimmt auch ein guter Name für eine Sportseite wäre. Es geht um American Football. Dieser Sport übte schon immer eine gewisse Faszination auf mich aus, da doch sehr viel Ähnlichkeit mit Brettspielen vorhanden ist. Zwei Teams stellen sich gegenüber auf und versuchen zu erraten, welche Taktik das jeweils andere Team vornimmt, um diesen merkwürdig geformten Ball in die gegnerische Zone zu bringen. Daher verwundert es nicht wirklich, dass es diverse Spiele zu diesem Sport gibt. Ich möchte hiermit die Gelegenheit nutzen, drei aktuell lieferbare Titel etwas näher vor zustellen.
Beginnen möchte ich mit GRIDIRON MASTER von Proud International Games.Dieses Spiel überzeugt durch eine sehr schöne Aufmachung. Der Spielplan, die Anzeigetafel und die Aufbewahrungsleisten für die Spielfiguren sind komplett aus Holz. Die Spielfiguren, aus Plastik, stellen die Helme der Sportler dar, in denen oben in einem Schlitz der Ball festgehalten wird, als Würfel liegen kleine Footballs bei. Die Regel ist schnell erläutert. Die Figuren sind gemäß ihres Spielertyps Schachfiguren und bewegen sich auch wie solche, der Quarterbeck bewegt sich wie der König, Tight Ends wie Springer und so weiter. Genau gleiches gilt auch für die Verteidigung. Alle bekannten Schachfiguren sind vertreten. Jeder führt abwechselnd einen Spielzug aus, bis der Ballträger entweder geschlagen wird oder der Ball in der gegnerischen Endzone landet. Alle üblichen Regeln des American Footballs sind enthalten, die Foulregeln (Penaltys) sind allerdings ignorierbar. Für Schachfreunde mit Faible zum Sport ist es sehr empfehlenswert (vielleicht erscheint mal ein etwas ausführlicherer Artikel in der Schachecke. Herr Dikus, übernehmen Sie!), aber man sollte sehr viel Zeit mitbringen. Das Spiel bewegt sich in den realen Spielzeiten des Sports (4 bis 5 Stunden pro Partie), aber auf der Anzeigetafel können ja alle spielrelevanten Daten fest gehalten werden und dann wird später weiter gespielt.
Nummer 2 im Bunde ist PIZZA BOX FOOTBALL von On The Line Game Company.
Hier haben wir es eher mit einem typischen Vertreter der amerikanischen Spiele zu tun. Durch Würfelwurf wird auf einer Tabelle ein Ergebnis bestimmt, welches besagt, wie viele Felder Raumgewinn oder -verlust wir hinnehmen müssen. Die Spannung entsteht aus dem richtigen Vorhersagen des Spielzuges der gegnerischen Seite (6 verschiedene gibt es pro Seite in der Profivariante), denn wenn die Vorhersage stimmt, nutzt man die bessere, wenn sie nicht stimmt, die schlechtere Tabelle, und dem hoffentlich genialen Würfelergebnis. Dazu kommt, dass es jedes Jahr ein Teamsatz zu kaufen gibt und dann kann man mit seinem Lieblingsteam auf Titeljagd gehen. Die Spieldauer liegt bei 2 Stunden in der Profivariante pro Partie. Insgesamt gibt es 4 verschiedene Schwierigkeitsvarianten und im Internet findet man noch eine sehr gute Solitärvariante. Vom Spielflair erinnert es etwas an PAYDIRT aus alten Avalon Hill Zeiten, aber es spielt sich flüssiger.
Nummer 3 in der Spielvorstellung ist eine Neuentdeckung und hat gleich einen Spitzenplatz in der Spielesammlung übernommen. Das liegt hauptsächlich an zwei Gründen, meine Frau spielt es mit mir und es ist in 60 bis 90 Minuten gespielt. Die Rede ist von CARD FOOTBALL von CSE Games. Hier haben wir es mit einer Mischung der klassischen Kartenspiele WARS und POKER zu tun. Jeder wählt gleichzeitig und geheim eine aus fünf Handkarten aus und wer die höhere Karte ausgewählt hat, gewinnt. Nun muss einfach das Ergebnis bei Offense oder Defense, je nach dem welche Position man innehat, auf der ausgespielten Karte ausführen. Der Verlierer hat allerdings noch die Möglichkeit nachzulegen und mit Pokerhänden doch noch zu gewinnen um mit einem Vierling vielleicht gleich einen Touchdown zu produzieren oder mit einem Full House einen Raumgewinn von 50 Yards zu schaffen. Manchmal reicht aber auch schon ein Pärchen. Es werden 4 Spielvarianten angeboten, mit Spieler auf dem Feld, solitär, Turbo und mit Setzen auf Spielzüge, um eventuell zusätzlichen Raumgewinn zu schaffen. Da kommt dann das echte Pokerfeeling auf. Ich würde mir dieses Spiel noch mit realen Teams wünschen, dann wäre es nahezu perfekt.
Auf ihre Art haben alle drei Vertreter des Genres Sportspiel ihren Reiz und hätten sicher auch eine größere Beachtung bei uns verdient, doch man sollte auch bereit seien sich etwas ungewöhnlichere Regeln anzutun. Aber es lohnt sich wirklich.

GRID IRON MASTERS von Proud International Games, www.gridironmasters.com
PIZZA BOX FOOTBALL von On The Line Game Company, www.pizzaboxfootball.com
CARD FOOTBALL von CSE Games, www.csegames.com