Donnerstag, 6. Oktober 2011

Editorial Fairplay '97

Liebe Leser,
… und schon wieder ist ein Spielejahr vorbei. Und erneut habe ich es nicht geschafft alle Spiele auf meiner persönlichen Wunschliste ausreichend zu spielen. Ich muss nun allerdings nicht überlegen wie ich mit diesen „Restposten“ umgehe. Mein Job bei unserem kleinen Magazin verlangt mehr oder weniger, dass ich meine alte Liste rückstandslos in die bekannte runde Ablage trete und mich voll auf die kommenden Spielewunder konzentriere. Aber es ist schon ein komisches Gefühl und die Frage „Warum sind die neuen Spiele interessanter als die vom letzten Jahr?“ wartet eigentlich immer noch auf eine befriedigende Antwort.
Wie halten Sie es mit ihren Wunschlisten? Finanziell wäre es ja durchaus lukrativ an den alten Wunschspielen festzuhalten, denn viele Neuheiten der letzten Jahre werden vermutlich auch 2011 in Essen wieder zu sehr attraktiven Preisen angeboten. Da kann man richtig Geld sparen und bekommt gleichzeitig (fast) auch noch eine Spielspaß-Garantie. Denn diese Spiele sind, häufig auch in FAIRPLAY, getestet und bewertet worden. Da weiß man relativ sicher wofür man sein Geld ausgibt. Eine solche Garantie bieten die neuen Spiele, zu einem deutlich höheren Preis, nicht. Andererseits sind Neuheiten natürlich quasi per Definition attraktiver... Sie haben es eigentlich deutlich schwerer als ich, denn Sie müssen hier eine vernunftorientierte Entscheidung treffen. Aber auch ich ertappe mich ab und an bei einer Art Zwischenlösung, wenn ich über ein besonders attraktives Schnäppchen stolpere. Ich kaufe das Spiel für irgendwann und schon wenn ich die Geldbörse zücke, weiß ich eigentlich sicher, dass dieses „irgendwann“ vermutlich nie ist.
Wie ermitteln Sie eigentlich Ihre persönliche Wunschliste? Für mich ist unsere Scoutaktion der erste Baustein. Erweitert und korrigiert wird diese Basis durch persönliche Eindrücke, Tipps von Freunden und den unterschiedlichsten Veröffentlichungen. Die diversen Spielepreise spielen hier eigentlich keine Rolle, schon weil sie für meine Meinungsbildung viel zu spät erscheinen. Unser À la Carte Preis und der Deutsche Spielepreis sind so eine Art Abschluss. Es ist einfach reizvoll, diese Ergebnisse mit meiner Einschätzung der interessantesten Spiele zu vergleichen. Das Spiel des Jahres spielt für mich eigentlich kaum eine Rolle. Man merkt doch deutlich, dass hier für eine andere Zielgruppe gearbeitet wird. Die veröffentlichten Preisträger und Listen sorgen bei mir nicht selten nur für Verblüffung und Erstaunen. Interessanter wird es aus meiner Sicht durch das neue Kennerspiel des Jahres auch nicht wirklich. Was nutzt dem Kenner die Prämierung eines Titels, den er sowieso schon kennt? Spannend dürfte allerdings sein, wie sich dieser neue Pöppel an der Ladentheke auswirkt. Ist er tatsächlich eine Empfehlung, die Umsätze produziert? Ich bin mir da nicht so sicher. Ich halte es durchaus für möglich, dass potentielle Kunden das offensichtlich schwierige Spiel für einen zu riskanten Kauf halten.
Und was ist eigentlich mit dem spielerischen Mittelfeld? Die letzten Hauptpreise gingen an eher einfache Spiele und nun gibt es einen weiteren Preis für die anspruchsvollen Kollegen. Es erscheint mir dringend überfällig, dass die Jury mal wieder deutlich macht, dass auch Spiele den Hauptpreis gewinnen können, die mehr als eine einseitige Spielregel benötigen.
Anschließend muss ich noch kurz das kommende Spielefest in Essen erwähnen. Natürlich ist FAIRPLAY auch in diesem Jahr mit einem eigenen Stand dabei. Sie finden uns an unserem „Stammplatz“ in Halle 10 (Stand 10-47). Und selbstverständlich organisieren wir auch in diesem Jahr wieder unsere bewährte Scoutaktion. Ich hoffe, Sie sind auch wieder dabei als fleißige Scouts dabei, wenn die Suche nach unseren kommenden Lieblingsspielen beginnt. Die notwendigen Scoutpässe finden Sie wie üblich auf dem Deckblatt dieser Ausgabe.
Wir sehen uns in Essen.
Bis dahin
Ihr Harry

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