Montag, 22. Dezember 2014

Editorial 110


Liebe Richterinnen und Richter,

… der Prozess ist eröffnet. Nicht, dass uns irgendeine Anklageschrift persönlich überreicht wurde. Das löst man heute eleganter im Internet. Hört Zeugen, wittert Manipulation, prangert fehlende Transparenz an, eröffnet aber immer die Anklage. Und was dann alles für Unwahrheiten ausgekübelt werden, die wiederum zu völlig falschen Schlüssen führen, ist schon eine wundersame Geschichte. Und nicht einer von diesen Menschen hat mit uns gesprochen, dafür lieber über uns. Und ich hab' sie mir alle gemerkt: Den Autor, die Rezensenten, den Redakteur und all die anderen auch. Und alles nur, weil … ja warum eigentlich?

Eigentlich dachte ich immer, dass alles klar ist mit Ihrer und unserer Scout-Aktion. In all' den Jahren, die wir die Aktion schon in Essen fahren, dürfte doch auch allen Mitspielern klar gewesen sein, was das Ergebnis der Scout-Aktion während der Messe ist. Ich zitiere mich mal selbst aus dem letzten Edi: „Die Scout-Liste ist nur eine Art Barometer, das unseren Standbesuchern einen Weg zu interessanten Neuheiten weist.“ Also keine hochwissenschaftliche Statistik, kein 100% reproduzierbares Ergebnis, aber dennoch für alle Beteiligten eine win-win-win-Situation.

Und natürlich ist die Scout-Aktion auch eine überaus ernste Angelegenheit für alle Querulanten, Hater und Trolle, die sich über mögliche Unzulänglichkeiten aufregen wollen und immer was zu kacken haben. Es ist ja auch verdammt ernst, denn der eine oder andere Verlag zieht seinen Vorteil daraus, bei uns mit seinem Spiel auf dem Regal und der Liste zu stehen. Zwangsläufig wird das (Kauf)Interesse geweckt, so oft wie das Regal fotografiert und die Liste abgeschrieben wird. Wir bieten da auch einen guten Service, gleich mit Standnummer.

Und genau das haben wir bei einem Verlag völlig falsch eingeschätzt. Der wollte uns ganz und gar nicht ein Exemplar für das Regal zur Verfügung stellen. Auf gar keinen Fall. Mein Knecht, der das Spiel gerne abgeholt hätte, wurde entsprechend abgefertigt. Und auf der Messe, bei all dem Stress und Lärm, kann dann schnell ein Wort zum anderen kommen. Weiß ich aus eigener Erfahrung. Was meinen Sie, wie es manchmal bei uns im Stall zugeht. Da wird gestritten und ausgeteilt, und am Ende kommt man doch gut miteinander klar, rauft sich zusammen und findet eine Übereinkunft. Dumm nur, wenn irgendein Zaungast gleich überall herumkrakelt, dass da gerade ein Streit war. Super, wenn der sich sogar noch einmischt, seinen Senf dazugibt und vor dem Ende davon galoppiert, um es seinen Freunden im Netz brühwarm zu erzählen. Da müsste man gleich einen Richter rufen und den Mann vor den Kadi stellen.

Dann lieber ganz sachlich. Für uns gänzlich irrational, dass a) der Verlag bockbeinig blieb und gar nicht irrational, sondern erwartbar, dass b) ein paar Pawlowsche Hunde deshalb angeschlagen haben. Aber warum die ganze Aufregung? Natürlich haben wir den Verlag nicht von der Scout-Aktion ausgeschlossen. Wir sind doch Profis. Nur aufs Regal ist er mit seinem Spiel nicht mehr gekommen, in der Liste aber vertreten. Allerdings nur, weil mich meine Stallknechte im Zaum gehalten haben. Ich hab' schließlich auch schon schnaubend vor (Klein)Verlegern gestanden, die mich mit einer Verpflichtungserklärung nötigen, mir ein mit „Rezensionsmuster“ vollgeschriebenes Cover aufdrücken oder mir überhaupt kein Rezensionsmuster geben wollten. Und doch haben wir uns später geeinigt, ganz ohne richterliche Beteiligung. Sehr beeindruckend, als ein Verleger mir ein oder zwei Messen später mit dürren Worten Rezensionsmuster in die Hand drückte: „I've changed my policy!“

Wenn wir schon die Party schmeißen, bei der alle vom Buffet essen dürfen, erwarten wir von jedem einen Beitrag. Die Scouts voten für die Spiele, die Verlage stellen auf Nachfrage ein Exemplar für das Regal zur Verfügung, wir machen die Auswertung. Dann läuft die Party, jeder kann Spaß haben. Wer nicht will, kommt eben nicht aufs Regal. Grundsätzlich ist uns aber jeder Gast willkommen, der sich an der Party beteiligen will. Außerdem gilt: Unsere Party, unsere Regeln. Ist doch bei Ihrer Party nicht anders. Ach ja, uns hat wegen des Shitstürmchens tatsächlich eine Kündigung erreicht. Allerdings von jemandem, der jetzt kündigen würde, wenn er denn ein Abo hätte. Wenn das ein Abonnent wäre, hätte ich dem auch gleich gekündigt. Aber warum soll ich mir solch absurde Mühe machen?

In diesem Sinne, Schöne Weihnachten!
Ihr Harry

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Fairplay 110 - Januar bis März 2015

Der Inhalt:

Essen 2014

  • Deutscher Spielepreis
  • Messebericht
  • Promoaktion
  • Messeansichten
  • Scoutkommentar
  • Fairplay Scoutnoten 2014
  • À la Carte 2014 und der Schwarze Luxx

Kritiken
  • Race To The Rhine
  • RoboRama und Twin Tin Bots
  • Die Staufer
  • Deus
  • Eye Know
  • Beasty Bar
  • Navajo Wars
  • Orléans
  • Krosmaster Arena
  • Spexxx
  • World of Tanks - Rush
  • Abyss
  • Panamax

Interviews
  • Thomas Reh über Spielen geht immer
  • Andreas Steding über die Staufer

Rubriken
  • Editorial
  • Inhaltsverzeichnis
  • Rückblick Fairplay 31
  • Fast Food: Doodle City, Zeitalter des Krieges
  • à la carte: 100!, Flatterspatzen, Absacker, Parade, Auf nach Indien!
  • Kinderportion: Drecksause, Pick an <animal>
  • Wir spielen gern ...
  • Preisrätsel: Tangram Revisited
  • Bestenliste
  • Noten


Montag, 15. Dezember 2014

Jan Drewitz nominiert für Medienpreis ALEX

Wir freuen uns sehr, dass Fairplay-Mitarbeiter Jan Drewitz mit seinem Artikel zu Onlinespielen aus Fairplay 109 für den Medienpreis ALEX nominiert wurde. Dieser Preis wird von der Spiele-Autoren-Zunft an Journalistinnen und Journalisten verliehen, die sich auf besondere Weise mit dem Thema Spielen auseinandersetzen. Wir gratulieren Jan zur Nominierung und drücken die Daumen, wenn Mitte Januar entschieden wird, welcher nominierte Beitrag gewinnt!

Montag, 20. Oktober 2014

Wie funktioniert die Scout Aktion?

Auf der Messe ist alles klar: Hinkommen, Abonnent sein oder sich registrieren, Notenzettel mitnehmen, viel spielen, wiederkommen und Notenzettel wieder abgeben. Und ab Freitag morgen hängt dann die erste Auswertung an der Pinnwand und die ersten Spiele stehen auf unserem Regal. Jede Menge Besucher aus aller Herren Länder, aus Deutschland, Frankreich, Italien, Portugal, U.S.A., Japan, Polen, Niederlande, Belgien, Rumänien, Großbritannien und ... kommen zu uns, schreiben sich die Liste ab oder fotografieren das Regal … das Ranking bietet schließlich Orientierung. Welche Spiele sind gut, wo können diese Spiele angesehen, gespielt, gekauft werden?

Und nein, die Liste erstellt sich nicht von allein. Welche Neuheiten gibt es, wo ist der Stand. Diese Information erhalten wir dankenswerterweise aus der offiziellen Neuheitenliste. Der Friedhelm Merz Verlag als Veranstalter der Messe stellt sie uns zur Verfügung.

Die meisten Verlagen wissen bereits um die Modaliäten.. Auch, dass wir gerne ein Exemplar des Spiels hätten, wenn es aufs Regal kommt. Wir sind da ziemlich flexibel, stellen auch mal nur die Schachtel hin, weil gerade keine Exemplare mehr verfügbar sind. Natürlich gibt’s auch einen Redaktionsschluss für die Liste. Wer zu spät kommt, dessen Spiel kommt (leider) nicht auf die Notenliste, kann aber von den Scouts immer noch von Hand nachgetragen werden. Alle Nachfragen und Daten der Verlage werden final abgeglichen, bis dann der Notenzettel steht: Layouten, zum Drucker bringen und abholen, falten …

Auf der Messe muss dann immer einer vor dem Laptop sitzen: Noten erfassen, erfassen, erfassen ... Ist echte Knochenarbeit, gerade weil so viele Spiele kleingedruckt auf dem Notenzettel stehen. Wir bezahlen dafür gerne eine Kraft, die das für uns zeitweise erledigt. Natürlich läuft trotzdem eine gewisse Kontrolle, dass nicht manipuliert wird.

Und nach jeder Auswertung laufen wir dann los, besorgen die Spiele fürs Regal. Das klappt immer ganz hervorragend. Wie sagte ein Verleger noch: „Wer sich nicht an der Scout Aktion beteiligt, muss ziemlich dumm sein.“ Die Spiele vom Regal werden bereits während der Messe an unserem Stand gespielt und nach der Messe für Berichterstattung und Rezensionen verwendet. Wer aber uns kein Spiel für das Regal und für spätere Rezensionen geben will, dem steht das frei. Allerdings entfällt dann für den Verlag auf der Messe ein positiver Werbeeffekt. Es wäre ansonsten unfair gegenüber allen Verlagen, die unsere Scout Aktion mit einem - wohlgemerkt nur einem - Spiel unterstützen.

Die Spiele auf dem Regal und der Liste machen ganz automatisch Werbung. Das Regal wird hundertfach fotografiert, die Spiele auf den vorderen Plätzen unserer Scoutliste weltweit kommentiert. Diesen positiven Werbeeffekt für die Verlage haben wir anfangs total unterschätzt. Fast zu spät haben wir erkannt, dass sich Spiele auf der Scoutliste bzw. unserem Regal in barer Münze für die Verlage auszahlen. Einige Bewerter haben damals ganz freimütig erzählt, dass sie doch bitte bei uns eine gute Note für das Spiel abgeben sollen. Aus diesem Grund dürfen nur noch Abonnenten und registrierte Scouts Noten abgeben. Alle Noten, sogar für Spiele von Verlagen, die uns nicht unterstützen, werden eingegeben und registriert und sind im Nach-Essen-Endergebnis enthalten.

Um die Kosten für Notenzettel und Arbeit ein wenig zu decken, haben wir 2014 erst- und einmalig bei den Menschen nach Spenden gefragt, die unser Heft nicht abonnieren. Viele haben gerne gespendet, um unsere Arbeit zu honorieren. Wir haben uns darüber sehr gefreut und bedanken uns dafür. Dass einige gerade kein Kleingeld dabei hatten, sich von uns wie in der Berliner U-Bahn von Bettlern belästigt fühlen, können wir verschmerzen. Dass aber einer entrüstet „Warum?!“ fragt, nicht. Warum machen wir die Aktion? Sie wissen es ja längst ... Es ist eine Win-Win-Win-Situation - für Messebesucher bietet sie Orientierung, für die Verlage lohnt es sich ebenso wie für uns.

Alle Abonnentinnen und Abonnenten haben heute die Komplettliste mit den Scout-Ergebnissen erhalten, sofern sie sich für den Newsletter eingetragen haben. Wer sich dafür noch registrieren will, kann eine Mail mit der Abonnummer bzw. Adresse an scoutaktion@fairplay-online.de schicken.


Donnerstag, 16. Oktober 2014

Spiel '14 in Essen: Tagesergebnisse der Scoutaktion

An unserem Stand 3-K102 auf der Spiel '14 in Essen geben unsere Scouts wieder Noten ab.

Am ersten Messetag, dem Donnerstag, trudeln erfahrungsgemäß die Noten noch langsam ein - die Besucherinnen und Besucher der Messe benötigen ja auch ein wenig Zeit, um ihre Spielerfahrungen sammeln zu können. Am Donnerstag haben lediglich einen ersten Trend veröffentlicht, den wir hier auf Twitter im Foto festgehalten haben. Der Endstand von Freitag findet sich ebenfalls auf Twitter.

Die weiteren Tagesergebnisse werden jeweils am Ende eines Messetages in folgender Tabelle aktualisiert (und da auch Redakteure einmal essen müssen, wird das nach 22 Uhr sein...).

Direkt aus Essen twittern Kathrin Nos und Wolfgang Friebe. Der gesamte Twitterstream zu den Essener Spieletagen findet sich unter #spiel14.


Dienstag, 7. Oktober 2014

Editiorial 109

Liebe Scouts,
Du meine Güte, schon wieder ein Jahr 'rum. Letztes Jahr war noch alles neu, dieses Jahr ist in Essen alles beim Alten. Die neuen Hallen längst bekanntes Terrain. Wer wo ist, weiß ich … so ungefähr. Wir sind natürlich auch am selben Platz: Halle 3, Stand K102. Mit dem „besten Spieltisch der Welt“ und seinem optischen Gegenstück: Unsere blöde Theke, unhandlich schwer und kompliziert in Auf- und Abbau. Neehähä, die ist endlich auf'm Schrott. Dem Münsteraner Jahrhundertregen im Juli mit anschließender Kellerflutung sei Dank. Weg mit dem Gammelteil und was Professionelles her. Ich bin ja echt gespannt, wie das neue Thekenmodell ankommt. Meine Knechte behaupten jedenfalls, dass damit alles besser wird.

Unsere neue Theke scheint nicht die einzige Neuerung zu sein. Dieses Mal kommt sogar noch eine weitere Halle dazu. Angrenzend wären die Hallen 4 und 7, beide allerdings nur über die Galeria zu erreichen. Hoffentlich ist das keine Barriere, die den Hauptstrom der Messebesucher zurückhält. Natürlich nicht für uns, wir wissen ja Bescheid, dass dahinter vielleicht der eine oder andere Schatz sein könnte. Vorausgesetzt, unsere Scouts finden den Weg dorthin.

Wer bestimmt wieder zu uns findet, sind einige Autoren, Verleger oder Groupies, die für ihre Spiele nur allerbeste Noten abgeben. Tja, das ist logisch. In deren Augen. Und weil das nur einige machen, die meisten aber nicht, haben wir unsere Scout-Modalitäten geändert: „Im Interesse unserer Scouts bitten wir Autorinnen und Autoren, Inhaberinnen und Inhaber sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Verlagen, nicht für eigene Spiele bei uns abzustimmen. Allgemein gilt: Wir behalten uns vor, die Notenzettel einer Sichtprüfung zu unterziehen und ggf. von der Wertung auszuschließen.“

Hoppla, bellen schon wieder Pawlowsche Hunde? Manipulation, unfair, gefiltert, nicht transparent … ach, dass wissen wir doch schon. Jedes Jahr schlagen dieselben Hunde an, die sogar mal vergeblich versucht haben, ihren Lieblingsdackel nach vorne zu voten. Jedes Jahr derselbe alberne Hunnensturm, den wir einfach wieder abwettern. Was die Scout-Aktion sein will und sein kann, ist nicht nur mir sowas von klar. Würden sonst sogar ein paar Amerikaner ausschließlich bei uns abstimmen? Unsere Scout-Aktion funktioniert, wie sie funktioniert ... dank seriöser Mitspieler, die gar nicht erst versuchen, „ihre“ Spiele nach vorne zu voten. Die Scout-Liste ist nur eine Art Barometer, das unseren Standbesuchern einen Weg zu interessanten Neuheiten weist. Um Spiele auf der Messe zu spielen, die sonst vielleicht unbeachtet geblieben wären. Als Ergänzung gibt’s bei uns auch ab und an eine Liste mit guten Spielen, die (noch) zu wenige Stimmen haben.

Natürlich ist es für alle Verlage interessant, auf unsere Liste zu kommen. Wenn ich mir heute die Ergebnisse der Scout-Aktion anschaue, nachdem nur Abonnenten und registrierte Scouts abstimmen dürfen, war ich die letzten Jahre immer sehr zufrieden. Die gelisteten Spiele bewähren sich im Nachhinein gut auf den Spieletischen der Welt. Mehr wollen wir gar nicht erreichen …

Selbst wenn mal ein nicht ganz so gutes Spiel nach vorne kommt, heißt das längst nicht, dass es auch vorne bleibt. Schnell genug setzt eine Gegenbewegung ein, manchmal sogar ein regelrechtes Pendelspiel. Auf schlechte Noten von echten Spielern folgen sehr gute Noten von bestimmt ebenso echten Spielern. Ich war so manches Mal überrascht, wie kackendreist das passiert. Nicht, dass ich diese Voter nicht wiedererkenne … ich hab‘ schließlich ein Pferdegedächtnis. Ich hoffe, dass unsere diesjährige Bitte fruchtet, ich die beiden Herren nicht wieder davon abhalten darf, für ihre eigenen Spiele zu voten. Einer von beiden hat dieses Jahr schon angekündigt, keine Neuheit zu haben. Puh … Glück gehabt.

Sie sind mir herzlich willkommen, aber nur mit einem Abonnenten-Scout-Ausweis. Wir sehen uns hoffentlich in Essen.

In diesem Sinne
Ihr Harry

Donnerstag, 2. Oktober 2014

À la Carte Preis 2014: Abluxxen


Ein ganz starker Kartenspieljahrgang liegt hinter uns. Die Krone unter vielen guten Titeln konnte in diesem Jahr ABLUXXEN von Wolfgang Kramer und Michael Kiesling erringen, das bei Ravensburger erschienen ist.

In diesem Jahr sind sich unsere Wahlfrauen und -männer von À la Carte nur mit der Spielekommission vom Spiel der Spiele einig - beide Preise konnte ABLUXXEN für sich entscheiden. Beim Spiel des Jahres blieb ABLUXXEN tatsächlich gänzlich unerwähnt.

Für Wolfgang Kramer ist es der zweite Titelgewinn bei À la Carte - und noch dazu ein Jubiläum! Vor genau zwanzig Jahren gewann sein 6 NIMMT! bereits unseren Kartenspielpreis.

Mit Pegasus und Schmidt Spiele sind zwei Verlage mit mehr als einem Titel vertreten. Beide haben sich in diesem Spielejahrgang merklich im Bereich der Kartenspiele engagiert, und dies trägt auch in unseren Top Ten Früchte.

Vom Solitärspiel SOS TITANIC bis hin zum "großen" Kartenspiel KASHGAR, über die Stichkartenspiele UGO! und SKULL KING bis hin zu PORT ROYAL mit seinem an CAN'T STOP erinnernden Prinzip "weiter aufdecken oder lieber aufhören?!" erhält eine abwechslungsreiche Bandbreite an Ideen rund um die Karte, wer sich durch unsere Top Ten spielt.

Die Platzierungen sind:

  1. ABLUXXEN Ravensburger
  2. LOVE LETTER Pegasus
  3. UGO! Playthisone
  4. PORT ROYAL Pegasus
  5. KASHGAR Kosmos
  6. SKULL KING Schmidt Spiele
  7. PARADE Schmidt Spiele
  8. SOS TITANIC Ludonaute
  9. FUNGI Pegasus
  10. KORYO Moonster Games/Asmodee

In der Abstimmung konnte jede Wahlfrau und jeder Wahlmann fünf Plätze vergeben. Der erste Platz brachte dem entsprechenden Spiel 7 Punkte ein, die weiteren Plätze schlugen mit 5, 3, 2 und 1 Punkt zu Buche.

Wir gratulieren Wolfgang Kramer, Michael Kiesling und dem Ravensburger Spieleverlag, sowie allen Autoren und Verlagen der Platzierten und wünschen unseren Leserinnen und Lesern viel Spaß mit dieser schönen Auswahl an Kartenspielen!

Mittwoch, 1. Oktober 2014

Fairplay 109 - Oktober bis Dezember 2014

Der Inhalt:

Spiel im Heft, Kommentare und Berichte
  • Onlinespielen
  • Spiel im Heft: iXit
  • Die Entstehung von Manhattan

Kritiken
  • Burgenland
  • Helios
  • Blue Max
  • Triassic Terror
  • Norderwind
  • La Isla
  • Dimension
  • Agora
  • Faulpelz
  • Steam Park
  • La Granja
  • The Manhattan Project

Interviews
  • Martin Kallenborn und Matthias Prinz über Helios

Rubriken
  • Editorial
  • Inhaltsverzeichnis
  • Solitaire und mehr: Mound Builders
  • Jeux de Deux: Gold Ahoi!
  • Rückblick: Fairplay 30
  • à la carte: Play-Doh, Fußball-Fieber, Port Royal, Downtown, Cherry Picking 
  • Nachschlag: Die Legenden von Andor – Der Sternenschild und Neue Helden, Keyflower - The Farmers
  • Kinderportion: Talo, Rabenstapeln
  • Fastfood: Die Arena von Tash Kalar, Tortuga, Mauna Kea, Clocks, Blöder Sack, Blitzdings, Sail to India, Lemminge, Blocky Mountains, Café Melange, Hook!, Atacama
  • Wir spielen gern ...
  • Preisrätsel: Bewegte Rätsel
  • ausSCHACHtungen: Sagario
  • Bestenliste
  • Noten

Mittwoch, 9. Juli 2014

Editorial 108

Liebe Rechthaberinnen und Rechthaber,

ist es nicht schön, wenn man immer Recht hat? Dann muss man sich niemals rechtfertigen, es keinem Recht machen. So wie die Jury …oder der Papst. Sie sind beide in ihren Entscheidungen unfehlbar, wobei ich ja beim Franziskus noch gewisse Hoffnungen hege. Ich dagegen bin ja nur ein dummes Pferd, aber manchmal wünschte ich, ich hätte nicht immer Recht. Im der letzten Ausgabe hab‘ ich noch großspurig darauf gewettet, dass eine Nominierung von LOVE LETTER doch sehr unwahrscheinlich sei. Als Buchmacher habe ich dem Spiel keine echten Chancen bei der Jury zugetraut und eine Wette von bis zu 50 zu 1 angeboten.
Und was ist passiert? Ich habe Recht behalten, die Einsätze hätte ich kassiert. Aber ehrlich, das ist doch Mist! Eigentlich hätte ich LOVE LETTER alles gegönnt, wenn ich mir jetzt so anschaue, was stattdessen nominiert worden ist. Und wenn ich mir so die Noten meiner Knechte für CAMEL UP, CONCEPT und SPLENDOR so ansehe, bin ich irgendwie sprachlos. Die Noten der drei Spitzentitel tendieren eher gegen Drei, für CAMEL UP sogar fast durchgängig gegen Vier. Liegen unsere schlechten Noten nun wirklich daran, dass die Spiele nicht ankommen? Oder liegen die schlechteren Noten daran, dass nominierte Spiele eine gewisse Fallhöhe erreichen? Dann können wir sie im freien Fall immer weiter runter gehen lassen, damit diese Spiele auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Nach dieser Logik müssten wir dann wohl auch die nominierten grauen Spiele für die Profis bewerten. Nun ja, da sind unsere Noten dann doch besser. Trotz Nominierung sticht ISTANBUL sogar notenmäßig etwas mehr hervor als ROKOKO oder CONCORDIA. Aber lesen Sie dazu auch unseren Kommentar von Peter Nos über die ganz normale Normalität der nominierten Spiele...
Und der Schluss daraus: Die einzigen, die immer Recht haben, sind wir. Nur leider bekommen wir nie Recht, auf uns hört ja niemand … außer Ihnen natürlich. Hoffe ich jedenfalls, denn wer unsere Hefte regelmäßig liest, weiß Bescheid. Insofern hoffe ich ganz eindeutig auf Ihre Stimmen für den Deutschen Spiele Preis. Da haben Sie noch ein bisschen Zeit. Bis zum 31.07. dürfen Sie abstimmen, per Postkarte oder im Internet. Vergessen Sie’s bloß nicht, damit die Jury dann sieht, dass keines Ihrer roten Spiele unter Profis ankommt. Oder doch? Ist mir egal, denn meine Favoriten dieses Jahres sind klar. Welche? Nee, Leute, ich muss es nicht allen recht machen.
Aber schauen Sie sich doch im Heft unsere Auflistung kleiner feiner Spiele an. Wenn die Jury schon schnell wieder zu bekannten Mustern wie die Größe der Schachtel kommt, setzen wir einen Kontrapunkt. Haben wir schon immer mit dem à la carte-Preis gemacht, jetzt ergänzen wir die guten Kartenspiele noch um ein paar gute andere Spiele, die ebenfalls in kleiner Schachtel erschienen sind. Komisch eigentlich, dass es da doch wieder eine ganze Menge Mehrfachnennungen gibt und dass sogar das leicht schräge PARADE öfters genannt wird. Ist ja so gar nicht Mainstream.
In diesem Sinne: Bleiben Sie Individualist, spielen Sie, was Ihnen gefällt. Missionieren Sie in Ihrem Sinn, dann missionieren Sie nicht für die Verlage, sondern für den Spaß am Spielen. Und haben Sie nicht immer Recht. Macht das Leben echt einfacher …
Und außerdem beginnt ja jetzt die Saure-Gurken-Zeit, die gar nicht so sauer ist. Der aktuelle Jahrgang ist abgeschlossen, und Sie könnten jetzt endlich all' die Spiele auf den Tisch bringen, die Sie schon immer oder wieder spielen wollten. Die Neuheiten sind ja alle schon durch, die Spreu ist vom Weizen getrennt, die diesjährige Ernte eingefahren. Alle guten Spiele aufs Tischchen, die schlechten sind mir egal.

In diesem Sinne

Ihr Harry

Montag, 7. Juli 2014

Fairplay 108 - Juli bis September 2014

Der Inhalt:

Kommentare und Berichte

  • Spiel des Jahres
  • Minimalspiele
  • WeyKick
  • BufDi in einer Spieliothek
  • UK Games Expo in Birmingham
  • Streicheleinheiten - Nachtisch
Kritiken
  • Concordia
  • Carrera Tabletop Games – Gib Gas! & Start Frei
  • Praetor
  • Gardens
  • Kohle & Kolonie
  • Prosperity
  • Splendor
  • Robinson Crusoe
  • Camel up
  • Bam!
  • Planet Steam
  • The Big Bang Theory – Das Partyspiel
  • Bremerhaven
  • Lewis & Clark
  • Istanbul
  • Bruxelles 1893
  • Rogue Agent

Interviews
  • Andrei Novac über Praetor
  • Thomas Spitzer über Kohle & Kolonie
  • Ralph Bruhn über Istanbul
Rubriken
  • Editorial
  • Inhaltsverzeichnis
  • Rückblick Fairplay 29
  • Solitaire und mehr: SOS Titanic
  • Montagsmaler Auflösung
  • Jugend spielt: Stories
  • à la carte: Abluxxen, Mensch ärgere Dich nicht - Das Kartenspiel, Qwixx – Das Kartenspiel, Habe fertig, Sheepzzz, Koryo, Black Stories, Mindmaze
  • Fastfood: Luchador
  • Errata
  • Kinderportion: Balamari, Geisterei, Kakerlakentanz, Schmatzspatz
  • Preisrätsel: Diamanten-Minen
  • Wir spielen gern ...
  • Bestenliste
  • Noten

Montag, 14. April 2014

Editorial 107

Liebe Wetterinnen und Wetter,

waren Sie schon mal auf der Rennbahn? Haben die Atmosphäre geschnuppert? Ihr Geld auf Sieg oder Platz gewettet und richtig mitgefiebert? Ging ja dann auch um mehr als nur um den Einlauf und um chice Hüte. Und haben Sie schon mal bei WIN, PLACE & SHOW auf mich, auf Hold on Harry vom Red River Farm Stable gesetzt und 15 für 1 kassiert? Da kochen doch die Emotionen, oder?!
Und beim Spiel des Jahres? Sind Sie da ähnlich bewegt dabei? Warum nur? Ich kann da so gar nicht mitfühlen. Weder Sie noch ich verdienen an der Entscheidung über Sieg oder Platz, wenn Sie nicht gerade Verleger oder Autor sind. Warum wird dann wie jedes Jahr in den einschlägigen Foren darüber diskutiert, welches Spiel wohl das Rennen machen wird, das rote oder graue Band angeheftet bekommt? Ich hätte auch fast darauf gewettet, dass bis zum Redaktionsschluss Ruhe ist. Wenigstens für sechs Wochen nach der Nürnberger Messe. Flötepiepen! Nur drei Tage vor Redaktionsschluss und meinem Wettgewinn spekulierte die Szene … und dann noch mit LOVE LETTER als Aufmacher. Wenn ich Buchmacher und kein Rennpferd wär', dann würde ich eine hübsche Quote dagegen anbieten, noch schlechter als meine eigene im meinem Rennen. Vielleicht so um die 20, 30 oder 50 für 1. Warum ich die Quote so hoch ansetze? Aus reiner Erfahrung, denn als altgedientes Rennpferd kenne ich doch meine Pappenheimer. Was soll man auch erwarten als eine hübsche Außenseiterquote für LOVE LETTER. Ist doch gerade zum ersten Mal nach mehr als 30 Jahren ein kleines und dann auch noch ein Kartenspiel zum Spiel des Jahres geworden ist. Dass das überhaupt nie nicht passiert, darauf hätte ich vor HANABI mit Sicherheit meinen Arsch verwettet.
Aber warum wetten wir überhaupt jedes Jahr auf die Entscheidungen der Jury? Oder wollen wir nur über deren Siegerspiel wettern? Suchen wir Kenner etwa Bestätigung bei der Jury, dass wir deren Job genauso gut machen könnten? Oder wollen wir nur mit dem Finger auf die Jury zeigen, weil deren Wahl in unseren Augen noch jedes Jahr nur daneben gehen kann. Oder brauchen wir die Entscheidung als Reibungspunkt, so wie ich meine Flanke so gerne am Stallpfosten schubber oder mich auf dem Rasen wälze, um lästige Parasiten los zu werden?
Da sind die Pferdchen und Reiter aus anderen Verlagen deutlich mehr angespannt. Sogar die, die sowieso immer nur Außenseiterchancen haben. Wissen die das gar nicht, dass sogar ich als Buchmacher gegen sie wetten würde. Bevor irgendein Pferdchen aus den Ställen von Mattel, Piatnik oder Hasbro auf dem ersten Platz einreitet, fress' ich den sprichwörtlichen Besen. Und der aktuelle Versuch Mattels, mit 'nem lahmen Klepper wie KRONEN FÜR DEN KÖNIG ins Rennen zu gehen, zeugt von … hier schweige ich altgedientes Rennpferd … vielleicht auch nur von totaler Selbstüberschätzung. Wie sagen wir in unserem Stall immer so schön: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und ein Yu noch keinen Brück. Und auch der Nürnberger Spielkarten Verlag kann sich alle Chance abschminken. Hat mit QWIXX nicht geklappt, wird also frühestens wieder in 30 Jahren klappen.
Und wollen Sie immer noch wissen, was das rote und welches das graue Spiel des Jahres wird? Wirklich? Wenn's unbedingt sein muss, dann könnten Sie sich eigentlich schon selbst einen Reim darauf machen. Welche Spiele standen während unserer letztjährigen Scoutaktion ganz oben auf dem Regal? Welche sind davon als Familienspiel geeignet und welche als Vielspielerspiele mit grauer Mähne? Sie wissen es. Und für die Neuheiten aus Nürnberg bieten wir Ihnen auch dieses Jahr wieder unsere altbewährten Quoten an. Meine Knechte und ich sind ganz erfahrene Buchmacher, kennen genauso gut wie die Jury die sicheren Spitzenreiter und die ewigen Außenseiter. Könnte aber dennoch passieren, dass – wie mit DIXIT - ein Außenseiter gewinnt. Meine Knechte sind ja ziemlich von einem Spiel aus dem Stall der Ravensburger überzeugt, aber das ist – oh Wunder! - ein Kartenspiel mit faktisch nur geringen Chancen auf irgendeinen Preis, bestenfalls noch für auf graue Band als Expertenkartenspiel. Immerhin hat das Spiel sicher gute Chancen auf dem Spieltisch. Man muss nur auf den richtigen Dreh kommen. Sie schaffen das. Aber werfen Sie ruhig einen Blick auf unsere diesjährigen Quoten … und statt sich an unseren Entscheidungen abzuarbeiten, dürfen Sie all diese Spiele demnächst spielen und unsere Quoten dann mit Ihrer Einschätzung abgleichen.

Ihr Harry

Freitag, 11. April 2014

Fairplay 107 - April bis Juli 2014

Der Inhalt

Kommentare und Reportagen

  • Messebericht mit Quoten, Kurzvorstellungen und Rückblick auf 2013
Kritiken
  • Rampage
  • Citrus
  • Trains
  • Strandspiele
  • Madeira
  • Glück Auf
  • Auf geht's!
  • Das Labyrinth des Pharao
  • Caverna
  • 7 Days Of Westerplatte
  • Amerigo
  • Die Glasstraße
Rubriken
  • Editorial
  • Inhaltsverzeichnis
  • Montagsmaler
  • Strategie-Genie
  • Rückblick: Fairplay 28
  • Ausgewürfelt
  • Jugend spielt: Carcassonne Südsee
  • Nachschlag: Kingdom Builder - Crossroads, Sag’s Mir -Personen und Filme
  • Fastfood: Kronen für den König, Galapagos
  • à la carte: Fünf Gurken, Light Line, Glastonbury, Basari, Ugo!
  • Kinderportion: Doodle Monster, Zicke & Zacke - Ran an die Federn
  • last win of the promos
  • ausSCHACHtungen: Six Making, K-Schach
  • Preisrätsel: Gute Wahl: Kombinatorik mit Kartendecks
  • Wir spielen gern ...
  • Bestenliste
  • Noten