Donnerstag, 25. Oktober 2018

À la carte 2018: Krass Kariert

Den Titel À la Carte 2018 gewinnt KRASS KARIERT.


Unsere Jurorinnen und Juroren haben gewählt und sich für das Erstlingswerk von Katja Stremmel entschieden. Dieses zunächst eher unscheinbare Kartenspiel entpuppt sich schon beim ersten Spiel als erstaunlich trickreich. Ganz wichtig: Die Karten müssen in der Reihenfolge bleiben, wie sie auf die Hand gekommen sind. Da wird nix umgesteckt. Man darf Pärchen, Drillinge oder Straßen nur aus der Hand nehmen, wenn sie bereits nebeneinander stecken. Natürlich kann man das Blatt optimieren, wenn man die einzelne störende zwischen zwei zueinander passenden Karten ausspielt. Und manchmal fühlt man sich krass kariert, wenn man so gar nix machen kann und von den Mitspieler auch noch abgemeiert wird. Da kommen Emotionen ins Spiel.

Dass es dieses Mal sogar ein Kickstarter-Kartenspiel auf die Plätze geschafft hat, ist schon erstaunlich. Kaum zu erhalten, schwer zu beschaffen und trotzdem hoch gelobt. Ob wir The 7th Continent irgendwann mal bei einem hiesigen Verlag und auf Deutsch erwarten dürfen?
  • Katja Stremmel: Krass Kariert bei Amigo
  • Marc André: Majesty bei Hans im Glück
  • Wolfgang Warsch: The Mind bei NSV
  • Kota Nakayama: Hanamikoji bei Kosmos
  • Reiner Knizia: VoodooPrince bei Schmidt-Spiele
  • Robert Dougherty und Darwin Kastle: HeroRealms bei White Wizard Games
  • Mark Major: Texas Showdown bei Amigo
  • Jun Sasaki: Startups bei Oink Games
  • Wolfgang Warsch: Illusion bei NSV
  • Ludovic Roudy und Bruno Sautter: The 7th Continent bei SeriousPoulp
Wir gratulieren allen platzierten AutorInnen und Verlagen und wünschen allen viel Spaß beim Kartenspielen.

#FairplayScoutAktion - Aktuelle Tweets von der #Spiel18

Hier twittern Hold on Harry und Wolfgang Friebe von der Messe und der #FairplayScoutAktion. Natürlich spätestens ab Freitag mit Zwischenergebnissen von der Scoutaktion. Am Sonntag Nachmittag gibt es das Endergebnis.

Mittwoch, 17. Oktober 2018

Editorial 125

Liebe Leserinnen und Leser,

da liege ich entspannt am Meer, nix los in meinem Stall, da tobt es plötzlich durch mein Handy. Ich glaub's ja nicht, selbst im Sommerloch holt mich die Szene ein. Ich habe ja noch nie gedacht, dass wir uns alle gern haben. Meine Crew ist schließlich schon viel zu lange dabei, hat manches Fettnäpfchen mitgenommen und stand tatsächlich auch mal mitten im stürmenden Wasserglas, hat aber noch das ein oder andere Skandälchen abgewettert, jeden Hunnensturm überstanden.

Deshalb können wir besonders gut nachfühlen, wie sich Dominique Metzler vom Merz-Verlag fühlt. Der Deutsche Spielepreis wurde missbraucht, um ein eigenes Süppchen zu kochen. Warum hintertreibt man eine Aktion, in der viele, viele aus der Szene Herzblut stecken? Sich Gedanken um die Spiele machen, die sie wählen werden. Warum stellen ein Youtuber und ein Verleger den DSP damit auf die Probe, dass sie Promos für ein bestimmtes Spiel ausloben, wenn es ganz nach oben gevotet wird? Ist es Jux und Dollerei oder pure Absicht? Mehr Aufmerksamkeit, mehr Verkäufe? Jan Drewitz kommentiert das und nennt zwar nicht Ross dafür aber Reuter (sic).

Im DSP steckt sicher auch Geld für siegreiche Verlage. Selbst unsere kleine Scout Aktion beschert während der Messe besonders kleineren Verlagen klingende Kassen. Wir wissen selbst, wie manipuliert wird. Die Krönung bisher: Mehr oder minder öffentlich anzukündigen, ein saublödes Außenseiterspiel hochzuvoten und sich dann hinterher lautstark darüber zu beklagen, dass das nicht geklappt hat. Das war nun wirklich selten dämlich.

Also mal schauen, wie die Messe wird. Groß und größer wird die Messe, mehr Hallen, mehr Aussteller, sogar aus fernen Ländern. Muss man das betonen? Es wird doch überall gespielt, vielleicht nicht so intensiv auf Brettern wie bei uns. Ich finde es jedenfalls spannend, dass sich doch ein gewisser exotischer Flair neben aller Internationalität ausbreitet. Wir genießen das Treiben an unserem kuscheligen Stand, wenn nicht wieder Stress ausbricht, weil einer meiner Knechte die Schere oder diese blöden Stifte für die Ivar-Regale zu Hause vergisst.

Die sind nun wirklich wichtig, um unser Scoutregal in aller Pracht zu präsentieren. Ich weiß, anfangs ist das Regal ziemlich nackig, am Donnerstag ganz bestimmt sogar, denn die Scoutnoten tröpfeln am ersten Messetag eher in homöopathischen Dosen ein. An Freitag und Samstag brechen sie dann über uns herein. Natürlich machen wir uns immer Gedanken, wie wir die Scout Aktion optimieren können. Aber alles online mit einer schicken App zu machen, führt zwar zu mehr Abstimmungen, leider dann auch zur Gefahr des Hochvotens. So muss jeder seinen Allerwertesten zu uns bewegen, mit uns schnacken und fachsimpeln, um seinen Scoutbogen abzuliefern. Und wir kennen unsere Pappenheimer natürlich persönlich. Als Pferd kann ich mir Gesichter von Verlegern-Votern wirklich gut merken. Und Ihre Scout-Ausweise scannen wir immer persönlich. Also die Zettelchen nicht vergessen, sie sind auf dem Anschriftbogen. Schon weggeschmissen?! Nee, ne!

Was wirklich neu ist: Ich altes Rennpferd bin ich jetzt bei Twitter aktiv. Als Hold on Harry, genauer als @Fairplaymagazin. Mir ist Twitter ja lieber als Facebook, also gibt’s auf Twitter Infos und Teaser zum aktuellen Heft. Und ab und an sogar Umfragen. Eine fand ich ja besonders spannend: „... wie hoch wohl die Frauenquote in den Brettspielrunden sei“. Bevor jetzt wieder quotengetrieben Herren getriggert werden und schlaumeiern: Es war der Anteil der Frauen gemeint. Und siehe: Bei der übergroßen Mehrheit spielt mindestens eine Frau mit.

Unsere Mafalda darf nach ihrem letzten Edi einen Erfolg verbuchen. Die Jury hat gesprochen und tatsächlich Youtuberin Julia Zerlik von spiel-doch-mal.com berufen. Das ist doch mal eine positive Entwicklung bei dem ansonsten männergeprägten Haufen. Ob zwei Frauen reichen, frischen Wind in die Jury zu bringen? Aber Vorsicht: Bei uns im Nachbarort hat die CDU auch gerne junge Frauen aufs Schild gehoben, um dann weiterhin ausschließlich in der Altherrenrunde die echten Entscheidungen zu treffen. Für die Jury ist es ein gelungener Anfang, den homogenen Haufen aus Vielspielern und ehemaligen Fairplayern aufzufrischen. Wie viele Juroren sind aus meinem Stall gekommen? So um die vier. Und nein, Mafaldas Edi war keine Bewerbung um einen Juryposten. Sie weiß genau, dass Fairplay und Jury nicht zusammen passen. Wir bleiben juryfrei, versprochen.


Wir sehen uns in Essen


Ihr Harry

Unser Stand in Essen ist und bleibt natürlich 3K102

Freitag, 12. Oktober 2018

Fairplay 125 - Oktober bis Dezember 2018

Kommentare und Berichte
  • Der Deutsche Spielepreis
  • Crowdfunding Erfahrungen
Kritiken
  • Menara
  • Calimala
  • Charterstone
  • Decrypto
  • Century - Fernöstliche Wunder
  • Santa Maria
  • Sagrada
  • Lighthouse Run
  • Cry Havoc
  • Hochverrat
  • Turing Tumble
  • Edge of Humanity
  • Mercado
  • Alien Artifact
  • Keyper
  • Das Tiefe Land
Interviews
  • Krimsu und Sandfox, 20 Jahre Krimsus Krimskrams-Kiste
Rubriken
  • Editorial
  • Inhaltsverzeichnis
Nachschlag
  • Pandemie wie noch nie
Kinderportion
  • Exit
  • Ein Zaubermittel für Alice
Rückblick
  • Fairplay 46
ausSCHACHtungen
  • Chessplus
à la carte
  • Party Bugs
  • Black Jacky
  • Scopinion
  • 112 Brandgefährlich
  • Dragonmaster
  • Deckscape - Raub in Venedig,
  • Trôl
Wir spielen gern ...
Preisrätsel
  • Escape FAIRPLAY! - Gefangen zwischen den Seiten
Bestenliste
Noten

Mittwoch, 11. Juli 2018

Editorial 124

Liebe Leserinnen und Leser,

die Fairplay ist nach 30 Jahren immer noch für Veränderungen offen und für Überraschungen gut. Deswegen darf ich heute ran. Ich bin die relativ Neue im Stall von Old Harry und seinen Knechten. Ja, Sie haben richtig gelesen, DIE NeuE. Tatsächlich ein weibliches Wesen aus Fleisch und Blut, das viel spielt, das die Hufe gerne an Eurogames legt, sich sogar abends im Heu mit Spielregeln beschäftigt und heute an Sie wendet. Einerseits weil der gute Harry mal eine Pause braucht, andererseits weil ich seit Kurzem die selbsternannte AfG im Stall bin, die Ansprechpartnerin für Gleichstellungsfragen. Warf ich doch kürzlich wieder die alte Frage auf, warum das weibliche Geschlecht im Vielspielerbereich derart unterrepräsentiert, bzw. das männliche so übermächtig vertreten ist.

Dabei hatte ich gar keine Antwort erwartet, ehrlich gesagt auch nicht für möglich gehalten. Aber es gibt sie, und sie ist im Grunde total simpel! Geliefert von der Fairplay selber, ganz zufällig, völlig überraschend. Sehen Sie sich das Cover der 123. Ausgabe einmal ganz genau an. Dort ist die Antwort bunt auf orange abgebildet! Nein, das sind nicht einfach nur gestreifte Ostereier mit Meeplen drauf. Decken Sie mal die untere Hälfte mit einem Blatt Papier ab. Was sehen Sie nun? Keimende Kartoffeln? Optisch naheliegend, aber falsch. Noch mal hinschauen, tadaaaa, vor Ihren Augen entfaltet sich … das „Neeplecover“. Sie wissen, was ich meine, gell? Und bei dem Anblick ist mir schlagartig klar geworden: In den Köpfen der Männer werden Meeple unbewusst für weibliche Neeple gehalten! Und weil Mann damit vielleicht nicht so oft spielen darf, wie Mann gerne würde, greift er ersatzweise zu den Spielfiguren. Frauen haben dieses Bedürfnis weniger, ergo findet man sie auch weniger am Spieltisch. Dass ich da nicht schon früher drauf gekommen bin. Ist das jetzt die umfassende Antwort, die alles erklärt oder ist es nur eine Antwort unter vielen? Oder ist es in Ihren Augen gar keine? Zu Freuds Zeiten wäre es sicherlich eine gewesen.

Spaß beiseite, Meeple sind natürlich keine Neeple und Spielen keine Ersatzbefriedigung. In meiner Funktion als AfG kann ich diese billige Schlussfolgerung auf keinen Fall zulassen. Sexistische, monokausale Erklärungen gehen gar nicht. Also wieder zurück zum Anfang: Wo bleiben die (Viel)Spielerinnen? Auch wir sind nur zu zweit im Fairplaystall. Das 9:1 Verhältnis der Spiel-des-Jahres-Jury finde ich erschreckend für ein Traditionsunternehmen von nationaler und sogar internationaler Bedeutung. Da sträubt sich mir das Nackenfell. Liebe Jurymänner, ich fordere euch deshalb inständig auf: Holt mehr Frauen in euer rotes und graues Team. Ihr müsstet euch vielleicht etwas anstrengen, sie zu finden. Es ist aber ganz gewiss die Mühe wert, schließlich kürt der rote Pöppel das Familienspiel, ich betone, FAMILIENspiel – und ohne Frauen keine Familien, das weiß doch jeder. Mit AZUL ist in diesem Jahr wenigstens ein Titel im Rennen, der nachweislich vielen Damen gefällt, die ansonsten mit Brettspielen wenig am Hut haben. THE MIND und LUXOR bedienen da eher die andere Seite der Familie. Die aktuellen Kennerspiel-Nominierungen sind thematisch gesehen völlig auf den männlichen Geschmack zugeschnitten: Bier brauen, quacksalben und cleverkniffeln. Nichts, was Kaumspieler-Frauen anspricht oder zumindest neugierig auf die Kennerspiele machen würde. Dieser Liste hätte in meinen Augen ein RAJAS OF THE GANGES gut zu Gesicht gestanden. Darin geht’s zwar um den Aufstieg zum Herrscher, doch dem Spiel würde ich zutrauen, durch seine farbenfrohe Gestaltung und sein heiteres Spielgefühl Frauen für komplexere Titel zu begeistern. Da bin ich mir sogar ziemlich sicher. Leider ist RAJAS nicht einmal auf der Empfehlungsliste gelandet. Es drängt sich die Frage auf, ob die Jurymänner zu sehr ihrem eigenen männlichen Geschmack unterliegen? Oder ist ähnlicher Geschmack Einstellungskriterium für alle Juroren? Unterstellen will ich nichts, lediglich ein Steinchen ins Wasser werfen. Das bin ich mir und meiner Funktion ab und an schuldig.

Liebe Leserinnen und Leser, vielleicht haben Sie ja mal Lust, uns einen Leserbrief mit Ihrer Sicht der Gender-Dinge zu schicken? Ich würde mich sehr freuen und der Harry erlaubt bestimmt, ihn abzudrucken. Oder Harry? Bis dahin spielen Sie schön.

Ihre Mafalda

Freitag, 6. Juli 2018

Fairplay 124 - Juli bis September 2018

Kommentare und Berichte
  • Spiel des Jahres
  • Fingerfood: Mehr Apps
  • Fast-Kinder-Escape-Food: Neues aus der Ausbrecherszene
Kritiken
  • Burgle Bros.
  • Billabong
  • Pandemic Legacy: Season 2
  • Rise of Queensdale
  • Reworld
  • Race for the New Found Land
  • Ganz schön Clever
  • Luxor
  • Carta Impera Victoria
  • Woodlands
  • Secrets
  • Half Pint Heroes
  • Photosynthese
  • Drop It
  • Die Quacksalber von Quedlinburg
  • Der Krieg der Knöpfe
  • Seeders from Sereis: Exodus
Interviews
  • Franz-Josef Herbst, Verleger von franjos
Rubriken
  • Editorial
  • Inhaltsverzeichnis
  • Aufgewärmt: Schummelhummel
  • Nachschlag: Splendor - Die Städte von Splendor
  • Rückblick: Fairplay 45
  • Kinderportion: Rhino Hero Super Battle
  • à la carte: Fat Fish, Dweebies, Schicht im Schacht, Verflucht, Startups, Moorea, Hero Realms
  • Fast Food: A fake artist goes to New York, Junk Art, Würfelgemüse, Dackel drauf
  • Preisrätsel
  • ausSCHACHtungen: Colour Chess + Lure
  • Wir spielen gern ...
  • Bestenliste
  • Noten

Donnerstag, 29. März 2018

Editorial 123

Liebe Leserinnen und Leser,

wenn ich mir die Essener und Nürnberger Messe so anschaue, weiß ich eigentlich, wohin ich gehöre. Dahin, wo unsere Leserinnen und Leser sind, da wo Sie auf uns treffen. Dahin, wo fertigen Spiele gespielt werden können. Wo einem die Spiele schön, aber längst nicht immer perfekt erklärt werden. In Essen ist immer viel Betrieb, auch wenn die Lautstärke spätestens ab Samstag doch nervt. In Nürnberg sieht es ganz anders aus. Da herrscht angenehme Stille, eine gedämpfte Atmosphäre, dort trägt jeder ein persönliches wichtiges Schildchen um den Hals. Ich erinnere mich noch, als ich mit dem überaus seltenen roten Presseschild durch die Hallen getrabt bin. Gott, was war ich wichtig.

So wichtig, dass es mich kaum gestört hat, dass viele der Spiele längst noch nicht fertig waren. Immerhin, ich durfte mir Handmuster anschauen, bekam exklusive Vorabinfos. Und nur ganz selten wurde wirklich gespielt. Wenn dann bei Hans im Glück. Das, was bei Nürnberg zieht, ist das doch sehr intime Zusammensein von Verlagen und Fachpublikum. So erlebten es meine Knechte in all den Jahren zuvor, nur dieses Jahr eben nicht. Keiner aus der Redaktion konnte oder wollte hinfahren, deshalb stehen wir umso tiefer in der Schuld von Peter Neugebauer, der für diese Ausgabe seinen persönlichen Messebericht beisteuert. Peter, du darfst mal aus meinem Napf fressen.

Ob wir auch nächstes Jahr die Nürnberger Spielwarenmesse schlabbern? Ich glaube, ich muss meinen Knechten mal gehörig ... Oh, ich höre schon deren Gemaule. Nürnberg, was passiert denn noch in Nürnberg?! Die Spielewelt tobt längst in Essen, auch international ist die Hölle los. Und was ist mit Duisburg? Wer fährt von Ihnen nach Duisburg? Also ich nicht, und ich glaube auch keiner meiner Knechte. Der eine, der dort um die Ecke wohnt, ist sowieso schon für die zeitgleiche Veranstaltung in Ratingen gebucht. Da haben wir einen kleinen Stand: Kommen Sie vorbei. Der Duisburgtermin liegt ziemlich blöd am Anfang der NRW-Osterferien. Ich bin da schon auf Urlaub, und mit mir ein paar Neuheiten aus Nürnberg, die bis dahin schon lieferbar sind.

Und überhaupt, sind reine Fachmessen überhaupt noch sinnvoll? Gut, in Nürnberg wird die ganze Bandbreite von Spielwaren gezeigt, der Fachhandel wird dort bedient. Aber wie viel Fachhandel gibt’s denn noch? Ich will das gar nicht groß thematisieren, aber wie viele unabhängige Spielwarengeschäfte kennen Sie, die das Komplettangebot anbieten. Und wenn selbst Riesen wie ToysRUs straucheln, dann weiß ich doch, wo der lokale Fachhandel steht. Mit dem Rücken an der Wand. Die einzigen, die das nicht kratzen muss, sind die kleineren Verlage. Die nutzen die Messe in Essen, präsentieren und verkaufen dort ihre Neuheiten direkt an den Endkunden, können beinahe ganz den Zwischenhandel umgehen.

Oder brummt der Spieleverkauf nur noch auf Kickstarter? Was da alles angeboten und bezahlt wird?! Ich bin schwer beeindruckt, aber auch abgeschreckt. So richtig kann ich das nicht nachvollziehen, denn was mir geboten wird, ist erstmal nur die Katze im Sack. Ich kenne ja noch den Pferdemarkt, damals standen auch irgendwelche Händler mit der famosesten Zitronenpresse aller Zeiten an den Ecken. Die konnten reden, die konnten die Kunden reihenweise belatschern. Machen die heute alle auf Kickstarter?

Trotzdem, Kickstarter boomt. Ist denn der Mark so groß, dass sehr spezielle Spiele von enthusiastischen Verlegern immer Abnehmer finden? Der Handel wird faktisch übergangen. Ich frage mich sowieso, wann der Handel komplett ausgebootet wird. Ein paar Verlage sind so stark in der Szene verankert. Die haben ihre Fans, die brauchen eigentlich keinen Zwischenhandel mehr, vielleicht noch Amazon als Dienstleister für den Versand. Apropos Amazon: Mir ist aufgefallen, dass der Nürnberger Spielkarten Verlag seine Neuheiten anscheinend erst nur über Amazon vertreibt. Weder in meinem örtlichen Spielwarengeschäft noch beim Spielespezialgeschäft waren die zu bekommen. Was ist nun der richtige Weg? In Boomzeiten ist das herzlich egal, aber was wird sich langfristig bewähren? Ich weiß es nicht. Aus Erfahrung weiß ich sicher: Helden kommen, Helden gehen.

Viel Spaß beim Spielen und Frohe Ostern

Ihr Harry

Mittwoch, 21. März 2018

Fairplay 123 - April bis Juni 2018

Reportagen und Berichte
  • Nürnberg 2017 Messebericht
Raus aus dem Raum
  • Neuigkeiten von der Ausbrecherszene
Kritiken
  • Berge des Wahnsinns
  • Big Cityz
  • Rajas of the Ganges
  • Pioneers
  • Nusfjord
  • Queendomino
  • Castles of Caladale
  • Noria
  • Clans of Caledonia
  • Carthago
  • Parley
  • Trans Atlantic
  • Sushi Go Party!
  • Codenames Duett
  • Biosphere
  • Chill & Chili
  • Pulsar 2849
  • The 7th Continent
  • Altiplano
  • Majesty
  • Space Freaks
Rubriken
  • Editorial
  • Inhaltsverzeichnis
  • Rückblick: Fairplay 43
  • Fast Food: Invisible Ink, Santorini
  • Nachschlag: Die Gefährten des Marco Polo -1. Erweiterung, Hellas & Elysium, Venus Next
  • Kinderportion: Dino World, Karuba Junior
  • Ausschachtungen: Paco Sako
  • Preisrätsel: Drunter und Drüber
  • Erratum: Fish & Ships
  • à la carte: The Mind, Krass Kariert, Druids, Hanamikoji, Festung
  • Wir spielen gern ...
  • Bestenliste
  • Noten