Dienstag, 15. Oktober 2019

Editorial 129

Liebe Leserinnen und Leser,

bei uns geht alles seinen Gang, auch bei Veränderungen. Allerdings muss schon ein steter Tropfen den Stein aushöhlen. Selbst dann besteht immer noch die Möglichkeit, dass sich nichts ändert. Selbst wenn wer uns mit Kündigung droht. Was sind wir dickfellig. Da werden meine Knechte erst recht bockig und machen weiterhin ihr Ding. Gewohnt ist gewohnt. Ich hab‘ denen trotzdem mal auf die Füße getreten, aber ob es was hilft? Ich weiß leider erst, wenn ich das Heft in der Hand halte, ob jetzt endlich Sprache und Spieldauer im Artikelfuß angegeben sind.

Falls nicht, folgen Sie doch einfach Ihrem Riecher und Ihrer Erfahrung. Sie sind doch schon langjähriger Abonnent. Scheint der Titel auf Englisch zu sein, und der Verlag ist nicht altbekannt, handelt es sich bestimmt um ein anspruchsvolles Spiel mit englischer Regel. Andersherum ist es ganz sicher auch genau anders herum. Hat die Rezension einer meiner langjährigen Stallknechte geschrieben, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass das Spiel auf Deutsch ist und meist nicht länger als 90 Minuten dauert. Ist die Rezension von unseren jüngeren Stallburschen, ist die Chance mindestens 50:50, dass es entweder auf Englisch ist oder länger dauert oder gar beides. Hilft das?

Apropos helfen. Die Jury hat in Hamburg ihren „Tag der Brettspielkritik“ veranstaltet. Warum eigentlich? Ich war selbst nicht vor Ort, Pferde dürfen nicht überall hin, verfüge aber dennoch über gesicherte Informationen. Jedenfalls hat sich die Jury doch reichlich Mühe gegeben, in Workshops und Vorträgen Spielerinnen und Spieler geschriebene oder gesendete Rezensionen nahezubringen. Alles gut und schön, aber aus meinem Stall weiß ich ganz genau: Ratschläge sind auch Schläge und informelle Tipps sind die besten. Da ist mir der sogenannte New Boardgame Journalism doch viel zu akademisch aufgehängt. Die Praxis zählt. Ich setze gerne auf neue Stallburschen, aus denen machen wir gute Knechte. Natürlich muss ich denen auch mal auf die Füße steigen, aber ebenso Fehler verzeihen. Nur eine Drohung bleibt: Wer in die Jury geht, verlässt meinen Stall.

Ansonsten war das wohl eine gelungene Veranstaltung. Tagsüber wurde gearbeitet, abends gespielt. Und natürlich dominierten wie so oft in der Spielszene die Männer. Das Thema ist mir aktuell schon viel zu überstrapaziert. In meinem Stall sind schließlich auch nur zwei Frauen unter 15 Männern und einem Hengst. Immerhin! Woher also nehmen? So war der Workshop mit Katrin Reil – der einzigen Referentin - besonders spannend. Wenn überhaupt Frauen in der Szene vertreten sind, dann stark im Bereich der Pressearbeit. Aber das wissen wir auch schon lange. Ändert sich daran mittelfristig was?

Bei der Jury ändert sich auch genau nix. Die rote Jury hat zwei Männer neu aufgenommen, Erkennungsmerkmal „Bart“. Nicht nur das, die beiden sind sympathisch, schon in der Szene verhaftet und passen zu 100% in das Beuteschema der Jury. Mal davon abzuweichen, das traut sich die Jury leider wieder nicht. Da ist alles eine Soße, alle vom selben Stamme. Ist der Jury das Risiko zu groß, auf einen Querkopf à la dem „Erfinder von allem“ zu treffen? So wird sich nie was an deren Betulichkeit ändern. Könnte die Jury für den roten und grauen Bereich nicht ebenso wie für die Kinderspieljury eine Ausschreibung machen, um Kandidatinnen und Kandidaten jenseits des üblichen Beuteschemas zu finden, sich breiter aufzustellen? Ein bisschen mehr Mut täte der Jury gut. Ich kann die mittlerweile gar nicht mehr auseinander halten. Die sehen alle so gleich aus, aber nicht wie Harald und Udo. Die waren schließlich in meinem Stall, die erkenne ich sofort.

Aber wer weiß, wahrscheinlich waren die Tage der Brettspielkritik sowieso nur ein verdecktes Auswahlverfahren, um potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten kennenzulernen und ihnen ein wenig auf den Zahn zu fühlen. Die beiden neuen Mitglieder der Jury waren jedenfalls auch vor Ort. Ob die Entscheidung erst dort gefallen ist, sie aufzunehmen?

Ich für meinen Teil bin über den bunten Haufen in meinem Stall sehr froh. Da geht es mitunter hoch her, oft anarchistisch und trotzdem stellen wir immer noch unser Heft auf die Beine. Und wenn Sie wollen, kommen Sie in Essen gerne an unseren Stand 3k102. Sprechen Sie mit uns. Bei uns im Stall sind alle nett. Und selbst ich bin nicht immer bissig.

Ihr Harry

Montag, 30. September 2019

Fairplay 129 - Oktober bis Dezember 2019

Kommentare und Berichte

  • Flop’n’Roll - Zur Lage der Würfelspiele
  • Deutscher Spielepreis
  • Turing Tumble Update
Kritiken

  • X-Code
  • Just One
  • Natives
  • Gloomhaven - Teil 1
  • Res Arcana
  • Railroad Rivals
  • Jump Drive
  • Kensington
  • Sherlock
  • Undo
  • Subtext
  • Das Chamäleon und der Schwindelmeister
  • Concordia Venus
  • Tuki
  • Magnificent Flying Machines
  • Treasure Island
  • Flügelschlag
  • Las Vegas Royale
  • Draftosaurus

Rubriken

  • Editorial
  • Inhaltsverzeichnis
  • Nachschlag: Bärenpark, Potion Explosion
  • Rückblick: Fairplay 49
  • à la carte: L.A.M.A., Heiße Ware, 5-2-1-1, Kuhle Kühe, Virus!
  • Kinderportion: Kakerlacula
  • Wir spielen gern ...
  • Preisrätsel: Vive le rhombe!
  • ausSCHACHtungen: Rösselsprung
  • Bestenliste
  • Noten

Montag, 15. Juli 2019

Editorial 128

Liebe Leserinnen und Leser,

auf wie vielen Wellen haben Sie schon gesurft? Also jetzt nicht mit Surf- oder Bodyboard, das kann eh' nicht jeder. Ich steh' auf dem Surfbrett auch verdammt unsicher. Ist einfach zu schmal für meine vier Hufe. Aber ich habe fast jede Spielewelle abgesurft. Und das waren schon eine Menge, einige habe ich allerdings gekonnt ausgelassen. Damals zum Beispiel, als sich alle an Wittigschen Kunstwerken aus der Edition Perlhuhn labten. Da stand für uns bereits fest: Spiele in der Rolle spielen keine Rolle.

Ich weiß gar nicht, ob wir jemals ganz vorne auf der Welle gesurft sind. Vielleicht mal mit Richard Breese und der Key-Serie. Und mit Martin Wallace und seinem Warfrog-Verlag. Die haben wir ganz
schön abgefeiert. Oder auch Reiner Knizia. Von ihm hatten wir sogar mal ein Spiel im Heft. So eine Art Broschüre mit Wahlkampfthema mit neuen Bundesländern. Aber sonst?!

Mittwoch, 3. Juli 2019

Fairplay 128 - Juli bis September 2019

Kommentare und Berichte
  • Nominierungen zum Spiel und Kennerspiel des Jahres
  • Ein Grundgesetz
  • Spielend für Toleranz
  • Mehr Spieletage in Deutschland
Kritiken
  • Die Tavernen im Tiefen Thal
  • Valparaiso
  • Zwischen zwei Schlössern
  • Spirit Island
  • Raids
  • No Mind
  • Men at Work
  • Hadara
  • Space Escape
  • The River
  • Darwinning
  • Forum Trajanum
  • Vejen
  • Founders of Gloomhaven
  • Passing through Petra
  • Newton
  • Carcassonne Safari
  • Azul - Die Fenster von Sintra
  • Werwörter
Rubriken
  • Editorial
  • Inhaltsverzeichnis
  • Kinderportion: Cobra Paw, Exit Kids - Code Breaker
  • Jeux de Deux: Imhotep - Das Duell
  • Fast Food: Farben, Solenia
  • Dr. Rainer Isseswar antwortet
  • à la carte: Tippi Toppi, Avocado Smash, Dodoresque, Piepmatz
  • Aufgewärmt: Der Unterhändler
  • Wir spielen gern ...
  • Preisrätsel: WM-Fieber
  • Rückblick Fairplay 49
  • Bestenliste
  • Noten

Freitag, 12. April 2019

Editorial 127


Liebe Leserinnen und Leser,

wie konnte das nur passieren!? Wir haben einen Abonnenten verloren. Einmal Fairplayer, immer Fairplayer, so geht das doch. Aber der Mann kam in Essen an den Stand und hat sich bitter beklagt, dass, wenn keine schönen Verrisse mehr folgen, er kündigen werde. Tja, eigentlich eine sichere Bank für uns, dem Mann ist zu helfen. Zumal er auch noch Autor ist und einige seiner Spiele bei uns schon Verrisse kassiert haben, worauf er sogar ausdrücklich hingewiesen hat. Macht ja nicht nur gute Spiele, der Mann. Ich hätte ja nicht übel Lust gehabt, eines seiner aktuellen Spiele zu verreißen. Aber was soll ich machen? Erstens schreibe ich nicht und zweitens gibt es genügend gute empfehlenswerte Spiele. Da müssen wir uns doch nicht mehr um den Ausschuss kümmern. Jedes Spiel ist heute aus verschiedensten Gründen – und sei es nur ein Haufen Miniaturen – spielenswert. Es geht da doch nur noch um Nuancen, um Geschmack, aber nur noch in seltensten Fällen um dicke handwerkliche Fehler in der Spielmechanik. Haben sich Verrisse überlebt?

Montag, 8. April 2019

Harry sucht die Spieletage

Essen ist nicht allein da draußen.
Auch andere Städte haben schöne Events!

 

Spielen ist hip. Ganz sicher. Jedes Jahr gibt es einen neuen Besucherrekord bei den Internationalen Spieletagen. Und die Spieletage in Essen sind es nicht allein. Ob die großen Münchner Spielwiesn oder der kleine Spieletag in Hannover. Ich habe das Gefühl, dass mir immer mehr Chancen geboten werden, öffentlich meinem Hobby zu frönen.

Aber einen richtigen Überblick, wo ich hinfahren könnte, hatte ich bislang nicht. Und im Netz fand ich auch keine Seite, die mir auf Anhieb alle Spieletage der Republik auf dem Silbertablett serviert hätte. Muss man halt alles selber machen.

Also los. Google und DuckDuckGo spuckten ein paar Ergebnisse aus, aber eine Recherche in der Twittercommunity förderte noch einmal das doppelte an Veranstaltungen zu Tage. Alles schön in eine Excel-Tabelle sortiert und eine Karte im Layoutprogram erstellt. Und weil Print heute nicht mehr reicht, auch nochmal dieselbe Arbeit in eine digitale Karte investiert. Ich hoffe, dass sich das lohnen wird. Die Marker dort sind positionsgenau und verlinken auch zu den Veranstalter*Innen.

http://fairplay.luniki.de/index.html
Lokal ist bekanntlich Trumpf. Eine Veranstaltung, die ich gerne mit meiner Familie besuche, ist die Playstation im nahen Drensteinfurt. Warum es sowas nicht im großen Münster gibt, ist eine andere Frage. Naja. Das kleine Drensteinfurt hat jedenfalls seit 15 Jahren eine zweitägige Veranstaltung, bei der in fast allen Räumen des Kulturbahnhofs zahlreiche Spiele gespielt werden möchten.

Im Themenraum geht es diesen Jahr mit TIKAL, RUMIS und MENARA in den Dschungel. Und im Nachbarraum werden bei CIRCUS MEEPLE die Kamele und Artisten in die Luft gehievt. Auch sonst gibt es auf der Playstation viele neue und alte Spiele zu entdecken. Eine Cafeteria mit Kuchen ist auch vorhanden. Dafür gibts von mir 5 Sterne. 

Ein weiteres Highlight im Spielejahr ist auch die Aktion Stadt-Land-Spielt!, die in Deutschland und Österreich von etwa 150 Büchereien, Spieletreffs und weitern Veranstaltern getragen wird. Dieses Jahr am 7. und 8.9.2019. In unsere Karte kamen die Veranstaltungen allerdings nicht. Stadt-Land-Spiel! hat mit www.stadt-land-spielt.de eine eigene Webseite inklusive Karte zu den einzelnen Spielorten.

Wenn Sie noch weitere bemerkenswerte Spieletage und Conventions kennen oder der Fehlerteufel zugeschlagen hat, schreiben Sie uns gerne. 
Bei Twitter @FairplayMagazin und per Mail an: spieletage@fairplay-online.de
Wer sich für die Kartentechnik interessiert darf sich ebenfalls gerne melden. (bb)

Dienstag, 2. April 2019

Spielend für Toleranz im Münster

Am 9.4. also nächsten Dienstag, geht es in Münster los.
Der erste Spielend für Toleranz - Spieleabend.
Wir starten um 18:00 Uhr. Gespielt wird in den Räumen der Katholischen Hochschule in Münster. 
Die Spiele wurden vom Verein Spiel des Jahres e.V. gespendet. Sie kommen mit wenig Sprache und Erklärungen auskommen. Mit dabei sind Klask, King Domino, Azul und Looping Louie.
Wir können also Spielspaß für alle zwischen 4 und 99 garantieren.

Hier ein Link zu OpenStreetMap:

Eingang Goldstraße
https://osm.org/go/0GN86SlL8?layers=N
Eingang Piusallee
https://osm.org/go/0GN86Yc_1?layers=N

Ihr dürft die Plakate gerne herunterladen, ausdrucken und verteilen.

Bis Dienstag.


Mittwoch, 27. März 2019

Fairplay 127 - April bis Juni 2019

Berichte und mehr

  • Nürnberg
  • Spieletage in Deutschland
  • Neue Exits

Kritiken

  • Key Flow
  • Roll for Adventure
  • Neom & Capital
  • Harry Potter: Hogwarts Battle
  • Lift off
  • KeyForge
  • Raiatea
  • Gizmos
  • Spring Meadow
  • Bingolino
  • Schusselige Schurken
  • Crown of Emara
  • Shards of Infinity
  • [Come on] Let’s Quiz again
  • Subatomic
  • Dizzle
  • Blackout: Hongkong
  • Coimbra
  • Schaben Jagen

Interview

  • John Coveyou, Autor und Verleger von Subatomic

Rubriken

  • Editorial
  • Inhaltsverzeichnis
  • Fast Food: Sound Jack, Magic Fold
  • Kinderportion: Mount Memo, Icepool 2, Deckscape - Schicksal in London
  • Rückblick Fairplay 48
  • Aufgewärmt: Finca
  • à la carte : Heul Doch! Mau Mau, Pearls, Monster Diner, Ohanami, Pearls, Belratti
  • Wir spielen gern ...
  • ausSCHACHtungen: Legendäre Wurzelbehandlung
  • Preisrätsel
  • Die Familie der Puzzle-Profis
  • Bestenliste
  • Noten

Donnerstag, 3. Januar 2019

Blöde Kuh - aus der FP126

Bei BLÖDE KUH ist der Titel schon spaßig. Einerseits erinnert er an das Kinderspiel BLINDE KUH (hat damit aber nichts zu tun), glänzt dann auch noch durch eine wirklich blöde Kuh auf dem Cover und hat einen kinderleichten Rhythmus, der immer und immer wieder Freude generiert, weil mehrere Schwarze-Peter die Runde machen.

Im Stapel mit 72 Karten befinden sich gleichmäßig verteilt dumme Schafe, nichtsahnende Schweine, überrascht dreinblickende Pferde und halt eben blöde Kühe. Diese Karten haben keinen Wert, so dass es letztendlich nur vier verschiedene Kartenarten gibt. Neun hält jeder zu Beginn auf der Hand und Ziel ist es, seine Kartenhand leer zu spielen und die noch ins Spiel kommenden Störkarten möglichst zu meiden.

Die Zugoptionen sind einfach. Entweder wird eine Einzelkarte gespielt: Das Schaf hat keine Funktion, das Schwein zwingt den nächsten eine Karte zu ziehen, das Pferd lässt eine Einzelkarte zum Nachbarn wandern und bei der blöden Kuh muss man selber eine Karte nachziehen. Pfeffer und Spaß kommt ins Spiel, wenn ein Pärchen gelegt wird. Jetzt wird eine Sonderkarte dieses Tiers vor den linken Nachbarn gelegt. Diese hat einen Minuswert aufgedruckt und man möchte sie loswerden und auf keinen Fall am Ende halten. Deshalb ist fast jeder geneigt, sie sofort weiterzureichen, indem ebenfalls ein Pärchen dieses Tiers gespielt wird. Da es nur vier verschiedene Tierkarten gibt, ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass man sogleich selber dieses Kuckucksei weiterreicht. Man möge aber nicht überrascht sein, wenn dies Schand-Karte sogleich eine ganz Runde durchläuft und wieder beim Ursprungsbesitzer landet. Das ist dann wirklich richtig lustig und wird am Tisch durch Lachen quittiert. Wer etwas klug ist, schickt „seinen“ Schwarzen Peter gar nicht weiter sondern lässt das andere Spieler erledigen, die früher oder später dann doch noch einen Zwilling dieser Art legen. Nur dumm, dass zu jeder der vier Tierarten so eine „Will-keiner-haben“-Karte im Umlauf ist. Wenn jemand mehrere dieser Karten vor sich hat, muss er davon ausgehen, dass irgendetwas dann leider doch hängen bleibt.

Damit nicht genug. Es gibt noch ein zweites Dilemma: Wenn ein Spieler seine Kartenhand leer gespielt hat, bekommt der Spieler mit den meisten verbliebenen Handkarten satte Minuszähler und auch der Zweitschlechteste muss noch Strafpunkte akzeptieren. Deshalb ist eigentlich jeder geneigt, Pärchen zu spielen (reduziert die Kartenhand schneller) als Einzelkarten zu legen (generiert eventuell Minuspunkte bei Spielende). Aber aus spieltaktischen Gründen ist das Legen von Einzelkarten durchaus angesagt, wenn man nämlich eine Strafkarte ins eigene Revier (oder bedrohlich nahe heran) holen würde. Und es gibt noch einen schönen Effekt, der für Verblüffung sorgt (gerade bei Neulingen). Wer als letzte Karte eine blöde Kuh spielt, glaubt, das Rundenende herbeigeführt zu haben. Falsch, denn er muss selber eine Strafkarte ziehen und bleibt noch im Geschehen. Das ist schon lustig. Überwiegend glücksbetont ist dieses Kartenlegen aber keinesfalls. Da es ja nur vier verschiedene Kartenarten (Tiere) gibt, hat jeder eine vergleichbare Kartenverteilung auf der Hand. Aus und mit dieser gilt es, das Beste herauszuholen. Da muss jeder bei seinem Zug neu Entscheidungen treffen. Einen vorbestimmten Spielrhythmus gibt es nicht.
Insgesamt drei Durchgänge werden gespielt. Die Minuspunkte für die einzelnen Stör-Tiere steigern sich von Runde zu Runde, so dass sich am Ende noch etwas verschieben kann. Alle Minuszähler werden mit entsprechenden Karten gesammelt – aufschreiben braucht man nichts. Das Spiel hat schöne neue Momente (Pärchen statt Einzelkarten zu spielen, Reduzierung auf lediglich vier verschiedene Kartenbilder ohne Werte!), ist schnell gelernt und sollte genau so schnell gespielt werden (bitte nicht grübeln, lieber intuitiv Karten legen). Florian Racky ist als Autor ja kein Unbekannter mehr und der Neuling Florian Biege hat einfühlsam illustriert. Ich wage zu behaupten, dass sich die Drei Hasen in der Abendsonne ein Spiel mit Potential zum Klassier an Land gezogen haben.

(pen)

BLÖDE KUH von Florian Racky, Illustrationen von Florian Biege, Drei Hasen in der Abendsonne, 3-6 Spieler ab 8 Jahren, Dauer ca. 20 Minuten